Kreis Bad Duerkheim Leserbriefe:

Das Ganze sehen? Wenn’s denn so wäre. Frau Kage sieht ihr eigenes Tellerchen, keinen Millimeter über den Tellerrand hinaus. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Leserbrief erspare ich mir wegen Sinnlosigkeit. Nur so viel. Die Kälte, die aus den Ausführungen dringt, lässt mich erschauern. Meine Hoffnung ist, dass damit der Klimawandel zurückgedrängt werden könnte. Wer das Ganze zu sehen vorgibt, der darf erst Recht nicht verschweigen, Flüchtlinge aus Afghanistan sind ein Resultat des westlichen Anti-Terror-Krieges, der dort seit über 15 Jahren erfolglos geführt wird. Glaubt die Verfasserin wirklich, dass die deutsche Bundeswehr mit den Kämpfern der KSK (Kommando Spezialkräfte) in diesem leidgeplagten Land nur Straßen baut? Die Schutzquote von Flüchtenden aus Afghanistan lag 2015 noch bei 78 Prozent. Sie sank im ersten Halbjahr 2016 auf knapp 53 Prozent, obwohl die Lage nach Angaben unabhängiger Organisationen dort immer gefährlicher wird! Der deutsche Innenminister ist oberster Dienstherr des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf). Dessen Entscheidungen folgen auch politischen Vorgaben. In der Vergangenheit haben Behördenentscheidungen gerichtlichen Überprüfungen nicht immer standgehalten. Viele Menschen in Gönnheim haben in den letzten Jahren die betroffene Familie auch persönlich kennengelernt. Die Solidarität mit ihnen ist groß im Dorf. Sie erstreckt sich über alle politischen Lager. An Beispiel einer einzelnen Familie werden derzeit viele Gönnheimer sensibel für die globalen Ungerechtigkeiten, beginnen sich lokal zu engagieren und entdecken, Gewissen lässt sich nicht abschieben. Für die Kirche sind die Armen die wahren Schätze. Der Auftrag Jesu Christi weist sie immer an die Opfer der Gesellschaft, auch wenn sie nicht zu der christlichen Gemeinde gehören.