Kreis Bad Duerkheim Landrat bringt Birnen
Ganz neu, aber schon berühmt: Die Container-Anlage im Limburgerhofer Burgweg ist nach dem Brandanschlag am 6. Mai die wohl bekannteste Flüchtlingsunterkunft im Rhein-Pfalz-Kreis. Inzwischen ist das Heim für 18 Flüchtlinge eingerichtet. Seit vergangener Woche leben die ersten Asylbewerber darin. Rhein-Pfalz-Landrat Clemens Körner (CDU) hat sie persönlich begrüßt – mit Äpfeln und Birnen.
Der Landrat des Gemüsekreises kommt mit Obst und mit ihm drängen sich Journalisten, Kameraleute und Politiker in die Wohnanlage. Sechs Flüchtlinge aus Eritrea verziehen sich nach draußen an den Gartentisch. Um sie herum steht ein Bauzaun, ein bisschen sieht es aus, als säßen sie im Käfig. Drinnen: Interviews mit Lokalpolitikern. Kameraschwenk in ein noch unbewohntes Zweibettzimmer. „Ein Stehklo haben wir auch“, sagt Rosemarie Patzelt (FWG). Die Erste Beigeordnete der Gemeinde Limburgerhof hat sich ehrenamtlich mit Freiwilligen des Arbeitskreises Asyl um die Inneneinrichtung der Container gekümmert. „Viele Menschen kennen unsere Art von Toiletten nicht und stellen sich deshalb auf den Rand. Das kann nicht funktionieren ...“ Deshalb gibt es nun eine französische Toilette. Und Haushaltsunterricht für die sechs Nordafrikaner. „Gestern haben wir Wäschewaschen, Kochen und Putzen geübt. Das klappt“, sagt die resolute Politikerin. Patzelt ist froh, dass die Unterkunft nun bewohnbar ist. Der Brand auf dem Dach hatte die Container stark in Mitleidenschaft gezogen. Ein Rückschlag für das gesamte Projekt. Ein bisschen erinnert Patzelt der Rummel heute an besagten Maitag. Damals waren es ein paar mehr Kameras und Politiker, die ihre Betroffenheit kundtaten. Und Hilfe versprachen. Patzelt hatte sich einen Sicherheitsdienst für das Objekt gewünscht. Das Land sieht allerdings keine „erhöhte Gefährdungslage“ mehr. So muss reichen, dass die Polizei regelmäßig vorbeifährt. Äpfel und Birnen – nicht das Hilfspaket, das sich Patzelt gewünscht hatte. Den jungen Männern aber schmeckt’s. Sie wissen nicht, dass ihre neue Behausung vor drei Monaten gebrannt hat, ein fremdenfeindlicher Hintergrund vermutet wird. Sie sind erst mal froh, angekommen zu sein.