Kreis Bad Duerkheim Landfrauen wollen moderneres Image

Placeholder-Image

Bei den Weisenheimer Landfrauen mangelt es an Nachwuchs. Das wurde in der Generalversammlung am Donnerstag deutlich. Denn das Durchschnittsalter des 69 Mitglieder zählenden Vereins liegt bei 66 Jahren. Sogar die Auflösung könnte drohen, wenn im nächsten Jahr die Vorstandswahlen anstehen.

Das derzeitige Leitungsgremium mit Heidrun Heißler, Gudrun Gunzheimer und Susanne Anthon an der Spitze wird nicht mehr für eine weitere Amtsperiode zu Verfügung stehen. Das „Schicksal“ der drohenden Auflösung teilen die Weisenheimer mit dem Ortsverein Laumersheim. In dem überalterten Verein fanden sich im April nicht genügend Kandidatinnen zur Vorstandswahl. Das Dreigestirn der Weisenheimer Landfrauen hatte zur Generalversammlung auch um Hilfestellung vom Kreisverband Vorderpfalz gebeten, um sich über weitere Strategien beraten zu lassen. Gertrud Altvater und Ingeborg Eisenbarth attestieren dem aktiven und „wohlgestimmten“ Ortsverein ein vielversprechendes Potenzial und gaben Tipps, wie der Verein für neue Mitglieder noch attraktiver werden könnte. Einen Erfolg haben die Weisenheimerinnen auch schon zu melden: Sechs neue Landfrauen konnten innerhalb der letzten vier Wochen geworben werden. Ein Problem sieht Heißler vom Leitungsteam in der knapp bemessenen Zeit von berufstätigen Frauen mit kleinen Kindern. Als weitere Probleme werden mangelndes Interesse genannt und auch mangelnde Informiertheit über das vielfältige Programm und die gute Gemeinschaft der Frauen. Zu kämpfen haben die Frauen auch mit dem Klischee, das bei vielen jüngeren Frauen mit dem Begriff „Landfrau“ verbunden ist. „Nein, wir tragen keine Kopftücher und Kittelschürzen mehr“, amüsiert sich Anthon. „Wir haben jahrelang für unser Image gekämpft. Wir wollen nicht nur die Koch- und Backfrauen für alle Veranstaltungen im Dorf sein“, betont Gerlinde Eimer, die sich 22 Jahre im Vorstand des Ortsvereins engagierte. Verwiesen wird auf das breitgefächerte Bildungsangebot der Landfrauen. „Ist es nicht eine Auszeichnung für die Landfrauen, dass ihre Kuchen geschätzt werden?“ fragt Sabine Werner. Sie ist eine der „Neuen“ in Weisenheim. Die 39-Jährige hat sich gerade aus Interesse am Kochen und Backen zu den Landfrauen gesellt. Sie findet es gut, dass man hier in Kursen Kniffe und Techniken lernen kann, dass alte Rezepte weitergegeben werden. Kostengünstig sind diese Angebote auch. Allerdings erkennt sie auch einen Modernisierungsbedarf der Kochkurse, die auf Landesebene konzipiert werden. (sum)

x