Meckenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Landfrauen: Sauberkeit aus der Hexenküche

Bei der Arbeit: (von links): Irmgard Andree, Kursleiterin Andrea Jung und Ursula Handrich.
Bei der Arbeit: (von links): Irmgard Andree, Kursleiterin Andrea Jung und Ursula Handrich.

Putzen macht nicht gerade gute Laune. Das Herstellen von alternativen Putzmitteln dagegen schon. Das zeigte sich am Mittwochabend im Meckenheimer Sängerheim bei einem Kreativkurs „Zero Waste“ der Landfrauen. Die verwandelten den Veranstaltungsraum in eine duftende Hexenküche.

Elf Teilnehmerinnen sind an diesem Abend gekommen. Alle technisch gut ausgerüstet mit den unterschiedlichsten Küchenutensilien vom Schneebesen bis zur Küchenmaschine mit Kochfunktion. Kursleiterin Andrea Jung aus Haßloch, den meisten Frauen schon als Referentin für die Landfrauen in der Vorderpfalz bekannt, hatte ihnen im Vorfeld eine Liste mit den notwendigem Arbeitsgeräten zusammengestellt, damit aus meist handelsüblichen Zutaten die ganz besonderen Putzmittel entstehen können.

Für die Zutaten hat sie selbst gesorgt und sie auch schon griffbereit auf einem Tisch angeordnet. Ganz schlichtes Wasser ist dabei, Essigessenz, Zitronensäure, Soda und Speisestärke zum Binden. Ein paar hautfreundliche Duftstoffe, wie sie sich auch für Kosmetika empfehlen, runden das Sortiment ab. „Fast alles gibt es in guten Drogeriemärkten und Reformhäusern“, sagt sie, für eher Außergewöhnliches kann sie Bezugsquellen nennen oder verweist aufs Internet.

Fünf Rezepte im Angebot

Auch die Umsetzung ist kein Hexenwerk. Bei manchen Rezepten wie denjenigen für den Glasreiniger mit Alkohol oder Essig reicht ein schlichtes Vermischen. Bei anderen gilt es, wie beim Kochen am heimischen Herd, eine bestimmte Reihenfolge einzuhalten. Fünf solcher Rezepte hat die Referentin für die Meckenheimer Landfrauen ausgesucht. Sie können sich für eins entscheiden oder auch mehrere Putzmittel herstellen. Ganz wie es Lust und Laune und die Zeit ermöglichen.

Der Vorteil der selbst hergestellten Haushaltshilfen liegt auf der Hand: Sie sind umweltschonend und sparen Abfall, da sie in bereits vorhandene Behälter umgefüllt werden können, in alte Sprühflaschen beispielsweise oder ganz einfach in Gläser. Ein ganz kleiner Nachteil: „Alle sind gut zu verwenden, sind aber mild.“ Um es deutlicher zu sagen: „Sie sind nicht geeignet, wenn jemand wochenlang gar nicht geputzt hat. Da hilft nur Chemie.“ Und dann geht es ans Werk. Die Entscheidung zwischen WC-Tabs („Ich liebe sie“), einem Badreiniger als Spray, einem flüssigen WC-Reiniger, einem „Zauberspray“ als Allesreiniger und einem Spülmittel ist bei den meisten schnell gefallen. Die WC-Tabs und das Zauberspray sind im ersten Durchgang am begehrtesten.

Zauberspray aus der Küchenmaschine

Ingrid Metz, Vorsitzende des Vorstands-Teams, Ingrid Schwerzel und Gudrun Wernz gehen gemeinsam an das Zubereiten des Zaubersprays. Voller Tatendrang nutzen sie dabei die Küchenmaschine mit Kochfunktion, obwohl keine von ihnen daheim ein solches Gerät hat. Nur einmal müssen sie ganz zu Anfang – „Ich kenn mich ja bei dem Ding nicht aus“ – Andrea Jung zu Hilfe rufen, dann läuft die Zusammenarbeit zwischen Frau und Maschine reibungslos. An der anderen Seite des Raums unterstützt Andrea Jung mit Gelassenheit, ruhiger Hand und ein paar Tropfen Wasser Irmgard Andree und Ursula Handrich. Sie haben sich für die WC-Tabs entschieden, mischen in großen Schüsseln mit dem Handmixer unter anderem Natron und Zitronensäure. Ein wenig Lebensmittelfarbe könnte nicht schaden, finden sie, ein wenig Duftstoff noch. Und als die eine Gruppe ihr Zauberspray in Sprühflaschen und Gläser füllt, kann auch die Masse für die Tabs schon in kleine Silikonförmchen gefüllt oder zu kleinen Bällchen geformt werden. Das muss flott gehen, denn sie härtet schnell aus. Die ersten Erfolge, gut und schnell erzielt, machen Lust auf mehr, und so entstehen nach und nach noch weitere Produkte.

„Ja, es geht schnell und einfach, wenn man’s mal macht. Die meisten erschrecken allerdings erst einmal, wenn sie die Rezepte sehen“, bestätigt Andrea Jung. Ihr liegt das Vermitteln von „Zero Waste“ (Null Abfall) sehr am Herzen. Dass dabei unter den Teilnehmerinnen auch ein reger Gedankenaustausch stattfindet, gehört für sie dazu, denn „Geselligkeit und Spaß spielen bei den Landfrauen ja auch eine wichtige Rolle.“

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