Kreis Bad Duerkheim Kreis DÜW: Kreisstraße 16 wegen Krötenwanderung gesperrt

Bei milderen Temperaturen beginnt die Krötenwanderung.
Bei milderen Temperaturen beginnt die Krötenwanderung.

Seit Ende Januar und für etwa sechs Wochen ist die Kreisstraße K 16 zwischen Wachenheim und Rotsteig zwischen 19 und 6 Uhr wegen Krötenwanderungen gesperrt. Nabu-Mitglied Friedrich Reinert erklärt, wohin sich die Amphibien auf Laich-Wanderschaft begeben und wie man ihre Population schützt. Auch in Haßloch ist man auf die Tiere vorbereitet.

Der genaue Sperrtermin ist jedes Jahr witterungsabhängig und wird immer kurzfristig festgelegt, teilt das Naturschutzreferat der Kreisverwaltung Bad Dürkheim mit. „Diese Maßnahme soll viele Amphibien vor dem sicheren Tod bewahren“, heißt es.

Vor mehr als zehn Jahren hatten Untersuchungen zwischen Lindenberg und Wachenheim eines der bedeutendsten Amphibienvorkommen in Rheinland-Pfalz festgestellt. „Für uns ist der Zeitpunkt der Sperrung eine Gratwanderung zwischen Naturschutz und Rücksichtnahme auf die Verkehrsteilnehmer, die längere Umwege fahren müssen“, erklärt Katharina Glaser vom Fachbereich Umweltschutz und Naturpflege. Zur Einschätzung der Situation verlasse man sich auf die Ehrenamtlichen, so Glaser.

Strecken werden kontrolliert

„Feuchtes Wetter und warme Nachttemperaturen dauerhaft über fünf Grad holen die Amphibien aus der Winterruhe und geben den Anstoß für die Wanderung zu den Laichplätzen“, informiert Friedrich Reinert vom Naturschutzbund (Nabu) Mittelhaardt. Dieses Jahr habe man die Sperrung bereits ab Ende Januar empfohlen. „Für Autofahrer, die dennoch durchfahren, gibt es keine Ausrede, an beiden Seiten der K16 ist die Sperrung gut ausgeschildert, unterstützt durch Lichtsignale“, betont er. Überdies kontrolliere die Polizei. Die Zufahrt von Lindenberg aus zum Silbertal sei frei, ebenso die Abfahrt nach Gimmeldingen über die Forststraße.

„Das größte Wandervorkommen haben wir vom Rotsteig bis zur Ortseinfahrt Wachenheim“, so der Amphibienretter. Mobile Krötenzäune, über die die Amphibien in Eimer fallen und dann von Helfern auf der anderen Straßenseite ausgesetzt werden können, sind an dieser Stelle wenig sinnvoll. „Die Strecke ist dafür zu groß, das Gelände eignet sich auch topographisch nicht“, erklären Reinert und Glaser übereinstimmend. Zudem ist Reinert bei seiner Fürsorge auf sich alleine gestellt, es mangelt an Ehrenamtlichen. Regelmäßig radelt er die Strecke ab, ist immer wieder entsetzt über die „Massaker“, die Fahrer anrichten: „Oft trage ich dann selbst überlebende Tiere und Nachzügler auf die andere Straßenseite, das ist aber angesichts rasender Autofahrer tagsüber für einen Fußgänger lebensgefährlich.“

In Haßloch keine Sperrung

In Haßloch wurde im Frühjahr 2019 der östliche Teil der Straße um den Friedrich-Ebert-Park nachts gesperrt, um Kröten bei ihrer Wanderung in die Gärten der Umgebung vor den Autofahrern zu schützen. „Krötenwanderungen im Frühjahr sind nichts Ungewöhnliches, aber eine solch zahlenmäßig große Wanderung mitten im Ortskern ist dann doch eher selten“, sagt die Umweltbeauftragte der Gemeinde, Melanie Mangold.

Auf eine Sperrung des östlichen Teils der Straße am Park wird man diesmal allerdings verzichten. „Die Tiere wandern nicht nur Richtung Osten, sondern in alle Himmelsrichtungen. Und eine komplette Sperrung rund um den Park ist einfach nicht möglich“, so Mangold. Um die Kröten trotzdem zu schützen, bittet die Verwaltung, dass um den Park vorwiegend während der Abend- und Nachtstunden sehr langsam gefahren wird. Der Bauhof habe entsprechende Schilder an den Hauptzufahrtsstraßen aufgestellt, die auf die Krötenwanderung aufmerksam machen und die erlaubte Höchstgeschwindigkeit nachts weiter reduzieren. „Jeder sollte bedenken, dass wir von den Kröten profitieren“, so Umweltdezernent Joachim Blöhs. Kröten fräßen Mücken und sonstige Plagetiere, die bei einem lauen Sommerabend im Garten durchaus als störend empfunden werden könnten.

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