Wachenheim / forst RHEINPFALZ Plus Artikel Kontrollgang mit Überraschungen

Wer wohnt da? Marianne Keßler-Stramm, Kalle und Maximian sind gespannt.
Wer wohnt da? Marianne Keßler-Stramm, Kalle und Maximian sind gespannt.

Wo im Frühling junge Vögel aufwachsen, folgt später mancher Überraschungsgast. So erlebten es die Teilnehmer einer Nistkasten-Exkursion, zu der jetzt die Nabu-Ortsgruppe Mittelhaardt einlud.

Zwischen Wachenheim und Deidesheim kontrollieren Mitglieder und Helfer des Nabu jedes Jahr rund 700 Nistkästen für höhlenbrütende Vögel und Fledermäuse. Ein Teil davon befindet sich am Bahndamm zwischen Wachenheim und Forst. Hierher führte am Samstag ein dreistündiger Rundgang. „Künstliche Nisthilfen ersetzen fehlende Naturhöhlen, weil im Wirtschaftswald zu wenig alte und tote Bäume stehen bleiben“, erklärt Exkursionsleiter Klaus Reincke bei der Begrüßung den Bedarf an Brutangeboten. Der Wachenheimer ist seit Jahrzehnten im Vogelschutz aktiv und koordiniert die jährlichen Kontrollen.

Entlang des Bahndamms macht die Gruppe an diesem Nachmittag bei insgesamt 40 Nistkästen halt. Marianne Keßler-Stramm betreut das Gebiet seit einigen Jahren. Sie zeigt den interessierten Besuchern, wie man beim Wohnungsputz alte Vogelnester mit dem Spachtel ausräumt, um Platz für künftige Kinderstuben zu schaffen.

Doch längst nicht alle Nisthilfen sind nach der Brutzeit verlassen. Auch heute rechnet die Wachenheimerin mit Überraschungsgästen. Tatsächlich findet sie bald in einer Ersatzhöhle einen besonders seltenen Insassen: Ein Gartenschläfer taucht auf, begrüßt von vielen Rufen. Der scheue Bilch gibt so schnell Fersengeld, dass man ihn gerade noch ins Gebüsch flitzen sieht. Auch Waldmäuse nutzen die Nistkästen gern als Tagesversteck und nehmen bei der Hausdurchsuchung hektisch Reißaus. Eigentlich sind die kleinen Nager nicht die Zielgruppe der Naturschützer. Aber wer wollte ihnen ihr Quartier missgönnen, wenn sie mit großen Knopfaugen daraus hervorschauen?

Die Teilnehmer sind jedenfalls bei jedem Kontrolltürchen aufs neue gespannt. Zuletzt gibt es noch eine Überraschung: Ein Siebenschläfer hat seinen Unterschlupf mit Blättern ausgepolstert und versucht keckernd, sich darin zu verstecken. Doch plötzlich springt er heraus, klettert erst an Marianne Kessler-Stramm hoch und verschwindet dann blitzschnell im Buschwerk. Immerhin hat er dafür gesorgt, dass die Gruppe wenigstens einen seiner Art sehen durfte.

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