Kreis Bad Duerkheim Kontaktpflege bei Kaiserwetter

Die Ausflügler freuten sich über strahlendes Sommerwetter.
Die Ausflügler freuten sich über strahlendes Sommerwetter.

Das Wetter war geradezu ideal für diesen Ausflug: Gestern besuchten die Bewohner des Bürgerspitals Wachenheim mit Kindern aus der Kita „Pusteblume“ und den „Waldameisen“ das Blumenhaus Renfer. Dieses generationsverbindende Sommerprojekt des „Gesprächskreises Wachenheimer Sternstunden“ fand zum fünften Mal statt. Damit sollen Senioren aus ihren vier Wänden herauskommen und in Kontakt mit anderen Menschen, besonders mit Kindern, kommen. Motto: „Geh aus mein Herz“.

Ehe die Gruppe mit acht Rollstuhlfahrern und drei mobilen Senioren aufbrechen kann, müssen die Betreuer erst eine logistische Herausforderung meistern. Ist Frau … schon abgeholt? Wer schiebt Frau …? Wo ist Frau …? Noch ein Schnellkursus für Bürgerspital-Praktikanten im Rollstuhlschieben und es kann losgehen. Erst über die Weinstraße, dann hinter der Stadtmauer entlang, vorbei an der Wiese mit den Ponys, die gerade Nachwuchs haben, zur Gärtnerei Renfer in der Burgstraße. Den zwischen den Rollstühlen gehenden Kindern folgt so mancher liebevolle Blick aus alten Augen. „Ach ja …“ dieser Gedanke war manchen geradezu ins Gesicht geschrieben. Der Besuch bei Renfers ist einer von mehreren Treffen und Ausflügen, die der Gesprächskreis im Sommer für die Bürgerspital-Bewohner organisiert. Für manche Bewohner, die nicht aus Wachenheim sind, eine der vielleicht seltenen Gelegenheiten, etwas von der Stadt kennenzulernen, in die sie Alter und/oder Gebrechen verschlagen hat. Von den Organisatorinnen sind Christel Heilig, Christiane Wolf und Gabriele Popp dabei. Sie bedanken sich bei Seniorchefin Anita Renfer, dass sie sich Zeit nimmt für ihre Besucher. Gerade gestern herrscht wegen des schönen Wetters Hochbetrieb in der Gärtnerei. Im Renfer’schen Hof, zwischen Blumenerde, Blumenkübeln und Blühpflanzen wird, von Susanne Kirchner auf der Gitarre begleitet, das Lied angestimmt „Geh aus mein Herz und suche Freud“. „Ich bin begeistert. Alte und Kinder zusammen und das schöne Wetter, das kann man genießen“, freut sich die 91-jährige Therese Reuter. Sie ist eine der drei Bürgerspital-Bewohnern, die auf eigenen Füßen mitgelaufen ist. „Tock, tock, tock“ begleiten die Waldameisen-Kinder eins der Lieder rhythmisch mit Holzstöckchen, freundliches Gelächter gibt es für die Gebärdensprache beim „Zwerg mit der Zipfelmütze oben auf der Bergesspitze“ von der Katzen- und Marienkäfergruppe aus dem städtischen Kindergarten. „Nichts abpflücken“ bekommen die Kleinen als Mahnung mit, ehe alle die Blütenpracht in den Gewächshäusern betrachten gehen. Beim abschließenden „Mein Vater war ein Wandersmann“ wippt so mancher ansonsten schwer bewegliche Fuß so gut es geht im Rhythmus mit. Vor dem Aufbruch bedenkt Anita Renfer die Kinder mit Gummibärchen, die Erwachsenen bekommen alle eine kleine rote Begonie geschenkt. Der nächste Spaziergang führt im Juni zu Iris Diehls Blumenladen.

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