Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Kontakte knüpfen bei erster „Single-Wanderung“

Startpunkt bei der Lindemannsruhe: Die erste „Singlewanderung“ beginnt mit Waldbaden unter Anleitung von Petra Faber (Zweite von
Startpunkt bei der Lindemannsruhe: Die erste »Singlewanderung« beginnt mit Waldbaden unter Anleitung von Petra Faber (Zweite von links) und Doris Preuninger (Zweite von rechts).

Ortstermin: Der Wald als Inspirationsquelle: Bei der ersten „Single-Wanderung“ in Form eines dreistündigen Outdoor-Nachmittags am dritten Adventssonntag in Bad Dürkheim konnten die Teilnehmer die Umgebung erkunden – und eine Auszeit vom Alltag nehmen.

Durchatmen, entspannen oder einfach nur das Draußen-Sein und die Natur genießen. Was für Hundebesitzer tägliche Routine und für Paare gemeinsames Ritual ist, kann für Singles zum Problem werden. „Unter Paaren fühlt man sich oft wie das fünfte Rad am Wagen“, sagt Antje S. Deshalb hat sich die Bad Dürkheimerin zur ersten „Single-Wanderung“ der Dürkheimer Yogalehrerin Petra Faber angemeldet und steht nun mit fünf weiteren Teilnehmern am Parkplatz Lindemannsruhe.

„Wir machen keine Partnerschaftsvermittlung“, stellt Organisatorin Faber erstmal klar. Der Yogalehrerin mit eigenem Studio in Bad Dürkheim geht es darum, über sinnerfüllte Angebote Singles eine Plattform zu schaffen zum gemeinsamen Kennenlernen. Freundschaft, Kontakte, eine gute Zeit haben. Was sich daraus ergeben könne, sei offen.

Waldbaden und Qi Gong

Gemeinsam mit ihrer Yoga-Kollegin Doris Preuninger aus Ludwigshafen hat Petra Faber den gut dreistündigen Outdoor-Nachmittag strukturiert und bietet mit allerlei Übungen aus Waldbaden, Qi Gong, Indian Balance, Yoga und Meditation einiges fürs seelische Gleichgewicht.

Los geht’s bereits auf dem Parkplatz mit einer Naturübung aus dem Indianischen: Hand aufs Herz und einatmen zum Himmel, ausatmen zur Erde. Dann den Oberkörper drehen und die Umgebung bewusst wahrnehmen. Derart sinnesgeschärft setzt sich die Gruppe in Bewegung. Der Ganerbenweg ist das Ziel. Auf dem Weg zum Ungeheuersee offenbaren sich die Schmuddelseiten des beginnenden Winters: Durch matschiges Laub stapft die Gruppe auf eine erste Lichtung und Entspannungstherapeutin Doris Preuninger findet die richtigen Worte zur Besinnung auf den scheidenden Herbst: „Wachsen war gut, reifen war gut, ernten war gut und auch die Stille vor dem Neubeginn wird gut sein.“

Derart mental gestärkt wagen sich die Teilnehmer an eine Übung aus dem Breath Walk, bei der synchronisiertes Atmen und Gehen für Erwärmung und Regeneration sorgen sollen. Die „Adler-Übung“ sorge für Energie und Klarheit, erklärt Faber, und empfiehlt, beim Gehen auf eins-zwei-drei-vier in Segmenten ein- und genauso wieder auszuatmen. Und in der Tat: Derart strukturiert bekommt der Lauf über brabbeligen Waldboden gleich eine andere Bedeutung.

Wider den Weihnachtsstress

Zwischenstopp an der alten Eiche: Mit Blick auf das Naturdenkmal gilt es, die eigenen Wurzeln mit denen des Baumes zu verbinden, dazu gibt’s Wirbelsäulen-Übungen aus dem Qi Gong. Und nachdem die Arme alle Wolken, alles Störende und Belastende beiseite geschoben haben, geht es weiter durchs Gehölz. Die Winterzeit sei dem Element Wasser zugeordnet, das mit dem Nieren- und Blasenmeridian in Verbindung stehe und mit Yin, der weiblichen Energie des Aufnehmens, Rückzugs und Entspannens Entspannung in Verbindung stehe, erklärt Waldbaden-Trainerin Doris. Hektik zum Jahresende, gar Weihnachtsstress, sei deshalb kontraproduktiv.

Mit wechselweise gedrückten Fingerkuppen und die Entspannungssilben „Sa“, „Ta“, „Na“, „Ma“ im Sinn geht es weiter zum „Kanapee“, einer Steinformation die auf eine mittelalterliche Einsiedelei hinweist. Hier testen die Teilnehmer ihre männliche Energie mit der „Dampflock-Übung“, die an Punching beim Boxen erinnert. Nach einigen Dehnübungen für Schultern, Deltamuskel und Bizep geht es weiter zur „Suppenschüssel“, einem alten Grenz- und Rechtsdenkmal. Dort verteilt Doris für die Übung „Perspektive wechseln“ kleine Spiegel, mit denen die Teilnehmer bei gesenktem Blick in Draufsicht die Baumwipfel erkunden. Nach einer kurzen Rast geht’s zurück auf gleichem Wege. Die Gespräche sind längst verbindlicher geworden. Sinneswahrnehmungen fördern Assoziationen, wie von selbst kommt jeder mit jedem ins Gespräch. Die letzten paar hundert Meter läuft man in gemeinsamem Schweigen.

Neue Wanderungen geplant

Auf der Single-Wanderung habe sie gelernt „immer im Hier und Jetzt zu sein“, berichtet Antje S., „ich konnte mich wieder erden“. „Es war sehr schön, den Kopf frei zu bekommen“, meint Petra B. aus Niederkirchen. „Es lohnt sich, auch schwierige Wege zu gehen“, hat die Ludwigshafenerin Stefanka K. festgestellt. Premiere geglückt, alle Teilnehmer wollen gerne wiederkommen.

Die nächsten Single-Wanderungen, auf neuer Strecke und mit neuen Übungen, sind für 9. Januar, 6. Februar und 6. März vorgesehen.

Info

Die aktuellen Termine der Single-Wanderungen mit Petra Faber und Doris Preuninger werden im Internet auf www.yogaruheraum.de. veröffentlicht. Anmeldung unter info@yogaruheraum.de sowie bei Petra Faber, Telefon 0176 80451655.

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