Kreis Bad Duerkheim Kommentar: Leid und Freud

Über Wochen erhöhter Verkehr – das kann nerven, klar. Aber an den
Umleitungsstrecken kann man jetzt nachfühlen, wie’s den Weinsträßlern das ganze Jahr über ergeht.
Sieben Wochen lang weit mehr als den gewohnten Verkehr vor der Haustür – menschlich nachvollziehbar, dass das nervt. Aber im aktuellen Fall in Wachenheim halt nicht zu ändern. Irgendwann kann an betagten Anwesen wie in der Altstadt eine Dachsanierung nicht länger hinausgeschoben werden. Und dass bei alter Bausubstanz das Fass, so man es einmal aufgemacht hat, rasch überlaufen kann, haben schon unzählige private und kommunale Gebäudebesitzer erfahren müssen. Gerade in engen, verwinkelten und teils verschachtelten Gemäuern wie im Quartier dort. Den geplagten Bürgern an den Umleitungsstrecken sei gesagt: Es wird vorübergehen. Vielleicht trösten sie sich mit dem Gedanken, dass sie den „Terror“, wie jener Anwohner es nennt, danach in der Regel wieder nur zum Burg- und Weinfest haben werden. Die Anwohner in der Ortsdurchfahrt dagegen müssen ihn gut 50 Wochen im Jahr ertragen. Und deshalb gibt es auch in diesem Fall zwei Seiten der Medaille: Für die Weinsträßler sind diese langen Wochen ohne den Verkehr von täglich Tausenden von Fahrzeugen ein höchst seltener stiller Genuss.
