Wachenheim
Kitas und Schulen größte Energiefresser
Energie einzusparen, werde den CO 2 -Ausstoß jedoch nur geringfügig verringern, da dieser in den öffentlichen Gebäuden in der Verbandsgemeinde schon sehr niedrig sei, erklärte Klimaschutzmanager Jacoby. Von den jährlich rund 163.000 Euro an Energiekosten ließen sich dagegen zehn bis 20 Prozent einsparen. Weitere Möglichkeiten sehe er etwa beim Rathaus, das allein mit 16 Prozent zum jährlichen Energieverbrauch beitrage und damit „eines unserer Sorgenkinder ist“. Rund 30.000 Euro fielen hier jährlich an. Die größten Energiefresser seien allerdings mit 46 Prozent die Kindertagesstätten und die Schulen. An welchen Gebäuden wie Energie eingespart werden könnte, müsse er noch prüfen, sagte der Experte.
Die Verbandsgemeinde habe jedoch nicht nur Ausgaben für Energie, sondern auch Einnahmen durch das Erzeugen selbiger, zum Beispiel durch das Blockheizkraftwerk beim Schwimmbad und Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden. Wie hoch diese Einnahmen sind, konnte Jacoby nicht sagen. Er sehe ein „großes Potenzial“ für die Installation von weitere Photovoltaikanlagen. Hier sollten auch die Ortsgemeinden investieren.
Laut Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU) wurden für den ersten Energiebericht die Zahlen der Jahre 2017 bis 2019 verwendet, da diese nicht durch die Auswirkungen der Pandemie beeinflusst seien. Er lobte Jacoby für das mühselige Erfassen der Daten. Der Energiebericht solle fortan jährlich fortgeschrieben werden.
Der Bericht und die daraus folgenden Einsparungen seien Teil des VG-Klimaschutzkonzepts, hob Jacoby hervor. Auch sonst habe sich einiges getan. Als einige Beispiele nannte er eine Kooperation mit den Neustadter Stadtwerken bei Photovoltaikanlagen, die Teilnahme beim Stadtradeln sowie das Umstellen der Beleuchtung im Rathaus und in der Kita Pusteblume auf LED-Technik.
Eine weitere Maßnahme zum Umsetzen des Klimaschutzkonzepts sei die Beratung von Bürgern, wie sie Energie einsparen können und welche Fördermöglichkeiten es für entsprechende Bauvorhaben gibt. „Das läuft sehr gut“, berichtete Jacoby. Seit Juni 2021 habe er 41 Bürger beraten. „Es ist derzeit noch zu bewältigen“, antwortete er auf die Frage von Bernd Kohlenbach (Grüne), ob er für die Beratungsgespräche personelle Unterstützung benötige.
Neben Photovoltaikanlagen sehe er in der Verbandsgemeinde keine weiteren Möglichkeiten zur Energieerzeugung, antwortete der Klimaschutzmanager auf eine zusätzliche Frage Kohlenbachs. Er stehe Windkraftanlagen kritisch gegenüber, räumte Jacoby ein. Diese würden sehr viel Fläche verbrauchen und seien schuld am Tod von Vögeln und anderen Tieren. Zudem sei der Wind im Bereich des Oberrheingrabens nicht stark genug, um Windkraftanlagen wirtschaftlich zu betreiben, ergänzte FWG-Fraktionsvorsitzender Wolfram Meinhardt.
Nach Jacobys Angaben erzeugen derzeit in der Verbandsgemeinde 425 Photovoltaikanlagen jährlich 7760 Kilowatt-Peak. Das sei ein Spitzenwert, erklärte er.