Kreis Bad Duerkheim „Keine Cola“

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Der kleine Saal im Evangelischen Gemeindehaus in Gönnheim war voll, als am Samstag Zahnarzt Dr. Eric Schlösser mit kindgerechten Worten richtige Verhaltensweisen in der Zahnpflege lehrte. Seine Zuhörer waren Flüchtlingskinder und ihre Eltern aus der gesamten Verbandsgemeinde Wachenheim. Zwei Dolmetscher übersetzten wichtige Passagen ins Arabische und ins Afghanische. Organisiert hatte den 90-minütigen Unterricht Beate Heiser.

Dem in der Flüchtlingshilfe engagierten Ehepaar Beate und Stefan Heiser war aufgefallen, dass die Zähne mancher Flüchtlingskinder vielfach schlecht sind. Zahnreparaturen für Flüchtlinge werden nicht bezahlt, nur Schmerzbehandlung. Ein Flüchtlingsjunge, dessen Gebiss vollkommen von Karies zerfressen ist, sensibilisierte Beate Heiser besonders für dieses Thema. Den Zahnarzt, der ihr hier weiterhelfen konnte, fand sie in ihrem eigenen Schwager. Er und seine Familie waren zu diesem Zweck eigens aus Bitburg angereist. „Wer macht das Loch da rein?“, fragte Dr. Schlösser die vor ihm stehenden Kinder. Die Eltern beobachteten die Szene von ihren Stühlen aus. „Zucker und Schokolade“, krähten fröhlich einige Kinder, die schon gut Deutsch sprechen. „Viel Zucker macht viel Bakterien im Mund und die fressen die Löcher in die Zähne“, erläuterte der Zahnarzt und bat die Dolmetscher, das zu übersetzen. An vier Tischen ging es mit Tipps zur richtigen Zahnpflege weiter. Auf dem ersten Tisch waren Lebensmittel ausgebreitet, gängige Süßigkeiten, Limonaden und „gesunde“ Lebensmittel wie Obst und Gemüse. Die begehrlichen Blicke der Kinder galten eindeutig der Schokolade und den Limonaden, weniger Paprika und Obst. „Wie heißt Birne auf Afghanisch?“, fragte Schlösser in die Runde, um die Aufmerksamkeit auf das Obst zu lenken. „Kinder müssen viel trinken, aber Wasser und keine Cola“, legte er ihnen wiederholt ans Herz. Am nächsten Tisch bekamen die Kleinen an einem Gebissmodell gezeigt, wie man seine Zähne richtig putzt – ergänzt durch den Hinweis, wie oft am Tag das sein sollte. Sie bekamen ein Zahnputz-Set, das viele stolz ihren Eltern vorführten. Dann folgte an einem großen „Saurierzahn“ spielerisch das Stopfen eines Karieslochs. An der letzten Station schaute Schlösser noch jedem in den Mund. Wie beim Zahnarztbesuch in der Schule, bekam jeder einen Zettel mit dem Hinweis, was zu reparieren sei. Manch einer schwenkte diesen Zettel triumphierend: Keine Zahnschäden, „sehr gut“, stand in diesem Fall darauf. (mkö)

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