Hassloch
Jeder kann zum Lebensretter werden
Von einem Moment zum anderen zählt jede Sekunde: Plötzlicher Herz-Kreislauf-Stillstand ist eine häufige Todesursache in Deutschland. Automatische Externe Defibrillatoren (AED), die einen kontrollierten Stromstoß abgeben, können Leben retten. Die Geräte sind selbsterklärend und können auch von medizinischen Laien problemlos bedient werden. Damit kann effiziente Erste Hilfe in den wichtigen ersten Minuten geleistet werden, bis professionelle Hilfe eintrifft.
An vielen öffentlichen Orten in Deutschland hängen mittlerweile Defibrillatoren. In Maikammer stand laut Schäfer bisher nur ein einziges älteres Modell in der Sporthalle zur Verfügung. Nun sind es insgesamt neun Geräte in der Ortsgemeinde, mit denen im Notfall eine Wiederbelebung möglich ist. Orte, an denen viele Menschen zusammenkommen und an denen Sport getrieben wird, sind jetzt mit AED ausgestattet worden. Nach Angaben des Ortsbürgermeisters sind das folgende Stellen: Bürgerhaus, Kalmit-Sporthalle, TuS, kommunale Kindertagesstätte und katholischer Kindergarten, Seniorentreff, Sparkasse, VR-Bank, katholische Kirchengemeinde. Im Büro für Tourismus und eventuell bei der protestantischen Kirchengemeinde sollen weitere Geräte noch installiert werden.
Auch Schulungen geplant
Mit einigen Gastronomen will Schäfer noch sprechen, um das Netz von Defibrillatoren noch enger zu knüpfen. Der DRK-Ortsverband werde die Einweisung in die Geräte an den jeweiligen Standorten übernehmen. Außerdem sei vorgesehen, dass das DRK Schulungen auch für interessierte Bürger anbieten werde. Die Gesamtkosten beziffert Schäfer auf rund 10.000 Euro. Banken sowie die Kirche hätten die Kosten selbst übernommen, außerdem habe die Bürgerstiftung die Anschaffung der AED mit einer Spende unterstützt. Den Rest von etwa 5000 Euro werde die Ortsgemeinde tragen.
In Haßloch hat die Gemeinde bereits vor sieben Jahren an stark frequentierten Stellen Defibrillatoren installiert. Standorte sind der Blaubär, das Kulturviereck, der Bahnhof, das Naturfreundehaus, die Volksbank und die Sparkasse. Bereits seit 2007 halten die Gemeindewerke in ihrem Kundenzentrum und der Badepark Geräte vor, außerdem gibt es die kleinen Lebensretter bei der TSG und beim FC 08.
Ein weiterer Defibrillator ist jetzt dazugekommen: im Eingangsbereich der Kindertagesstätte Paulusheim in der Martin-Luther-Straße. Spenden der Bürger an das DRK-Schnelltestzentrum haben die Anschaffung ermöglicht. „Die ehrenamtlichen Helfer dort geben gerne einen Teil des Erlöses an die Haßlocher Bürger zurück“, sagte Edgar Römelt, Leiter des Testzentrums. Laut dem DRK-Vorsitzenden Jürgen Vogt deckt der AED den Bereich um die Kita, die Pauluskirche sowie die Ernst-Reuter-Schule ab.
Das Gerät im Gesamtwert von 2500 Euro enthält nach seinen Worten eine Besonderheit: Zubehör für Notfälle bei Kindern unter acht Jahren beziehungsweise mit einem Körpergewicht von bis zu 25 Kilogramm. Zusätzlich sei der Kasten beheizt, um sicherzustellen, dass der Akku auch bei Kälte im Winter gewährleistet, dass das Gerät funktioniert. Das DRK betreut und überwacht den AED und übernimmt die Kosten der Wartung. Das DRK plant wieder einen Kurs, wie das Gerät im Ernstfall eingesetzt werden soll. Erzieherinnen und auch die Lehrer sollen für einen Ernstfall vorbereitet sein.