Gerolsheim
Initiative „Gerolsheim bewegt sich“ startet Bücherschrank im Ort
Eigentlich hätte der alte Holzschrank von Erich Weyers (FWG) Mutter auf dem Sperrmüll landen sollen. Aber weil das Möbelstück noch so gut in Schuss ist, kann und soll es jetzt eine neue Aufgabe erfüllen: Als Bücherschrank soll er den Gerolsheimern künftig viele gute Stunden bescheren – mit gruseligem oder romantischem Lesestoff etwa.
Seit Mitte der Woche steht der alte Schrank nun schon am Gerolsheimer Rathaus. Aufgestellt und ein wenig aufgemöbelt hat ihn das Team der Initiative „Gerolsheim bewegt sich“. „Wir haben uns überlegt, was wir gezielt, kurzfristig und mit wenigen Mitteln umsetzen können“, sagt die Initiativen-Mitbegründerin Simone Ulrich, die für die Freien Wähler auch im Gemeinderat sitzt. Bei einer ersten Veranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus im Oktober wurden bereits erste Ideen gesammelt – der Bücherschrank war eine von ihnen. „Das Thema wurde mehrfach an mich herangetragen“, sagt Ulrich und ist sich sicher: Irgendwie passt er auch gut zur Besinnlichkeit der Vorweihnachtstage. „Das ist ein schönes erstes Projekt, mit dem wir zeigen wollten, dass wir keine Nullnummer sind.“
Der alte Küchenschrank stand da aber noch nicht zur Debatte. „Wir hatten erst an die klassische Telefonzelle gedacht, wie sie auch in anderen Orten zu finden ist“, erklärt Ulrich. Aber die Abholung in Berlin oder Brandenburg habe den finanziellen Rahmen gesprengt. Auch alte Aktenschränke habe man schnell verworfen. Da kam das Angebot des Ortsbürgermeisters gerade zur rechten Zeit. „Der Küchenschrank hat Flair, das passt“, sagt Ulrich. Sie habe nur die Schlösser entfernt und Möbelknöpfe angebracht. Und die Spende zeige ihrer Meinung nach auch: „Der Bürgermeister steht hinter dem Projekt und der Initiative.“ Und auch Erich Weyer freut’s: „Es ist schön, dass er jetzt einen neuen Zweck erfüllen kann. Die Mutter im Himmel würde es freuen.“
Die Mitglieder der Initiative befüllen nun nach und nach den Schrank mit Lesestoff und hoffen, dass er bald zum zentralen Treffpunkt im Ort wird. Zu Beginn gibt es eine kleine Auswahl aus den privaten Sammlungen der Mitglieder. „Den Rest überlassen wir dann den Bürgern“, sagt Ulrich. Die können selbst Bücher mitbringen oder sich aus dem Schrank bedienen. „Es muss keine Tauschbörse sein. Es wird Menschen geben, die mehr mitnehmen, andere werden mehr bringen“, sagt sie und hofft, dass der Bücherschrank nun gut angenommen – im kommenden Jahr wegen hoher Nachfrage vielleicht sogar ausgebaut wird.