Kreis Bad Duerkheim IGS-Antrag abgelehnt

2018 sollte aus der Realschule plus eine IGS werden – daraus wird nun nichts.
2018 sollte aus der Realschule plus eine IGS werden – daraus wird nun nichts.

„Wesentliche entscheidungsrelevante Aspekte sind in Ihrem Antrag nicht dargestellt.“ Das schreibt die Neustadter Dienststelle der Schulaufsicht bei der Aufsichts- und Dienstleitungsdirektion (ADD) der Stadtverwaltung. Die von allen Fraktionen des Stadtrates geplante Umwandlung der Realschule plus im Böbig in eine IGS ist damit vorerst gescheitert. Die ADD nennt fünf Ablehnungsgründe: • Das Bedürfnis zur Aufhebung der Realschule plus sei nicht nachgewiesen. • Es fehle an einem Konzept, die künftige IGS und die auslaufende Realschule plus über fünf Jahre nebeneinander zu führen. •Die Auswirkungen auf die schulischen Angebote in den Landkreisen Bad Dürkheim und Südliche Weinstraße seien nicht dargestellt. •Für die Region „bleibt das schulische Bedürfnis für ein weiteres gymnasiales Angebot unklar“. •Nicht untersucht seien die Auswirkungen auf das Berufliche Gymnasium bei der Berufsbildenden Schule. Schuldezernentin Waltraud Blarr nannte ihre Stimmung gestern „frustriert und enttäuscht“. Weder bei einem Gespräch im Kultusministerium noch bei einem Besuch eines ADD-Vertreters bei der Stadt seien konkrete Forderungen genannt worden. Jetzt pauschal den Antrag abzulehnen, ohne erneut zu sagen, an welchen Punkten wie nachgebessert werden müsste, sei für sie unerklärlich. Blarr hat die Ablehnung an die Projektgruppe Bildung und Region (Biregio) weitergeleitet mit der Bitte um Stellungnahme. Das Bonner Beratungsbüro hatte den Schulentwicklungsplan erstellt, die Stadt bei dem IGS-Antrag beraten und auch die eingereichte Begründung mitformuliert. In der Vorlage zu der nächsten Schulausschusssitzung am 23. August schreibt Blarr nun: „Die im Schreiben der ADD genannten Punkte lassen – nach Meinung von Biregio – keine intensive und fachlich ausreichende Auseinandersetzung mit den uns vorgelegten Prognosen und Argumenten erkennen.“ Blarr verteidigt die Arbeit von Biregio. Es handele sich um ein bundesweit renommiertes Büro. Dass Anja Reinermann-Matatko, die für Neustadt zuständige Biregio-Mitarbeiterin, eine Parteifreundin von ihr ist, sei ihr erst nach der Ausschreibung beim ersten persönlichen Kontakt bewusst geworden. Es habe sich auch kein zweites Unternehmen beworben. Reinermann-Matatko saß elf Jahre für die Grünen im Stadtrat von Trier. Laut Blarr hat die Stadt nun drei Möglichkeiten: „Nochmals konkretere Informationen für einen erneuten Antrag anfordern, das Land verklagen oder die IGS-Pläne aufgeben.“ Dabei gerate die Stadt unter Zeitdruck, weil das Gebäude der Realschule plus saniert werden müsse. Außerdem stünden die Gymnasien ohne eine IGS bald vor großen Raumproblemen.

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