Kreis Bad Duerkheim „Ich dränge keinen Lebensstil auf“

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Claudia Renner lebte 20 Jahre lang als Vegetarierin, dann entschied sie sich für die vegane Lebensweise. Mittlerweile ist sie eine der bekanntesten Bloggerinnen und Autorinnen in Sachen veganer Genusskultur. Morgen erläutert die 33 Jahre alte Münchenerin in der Veranstaltung „Vegane Ernährung und Kochen“ im Kochstudio des Hotel-Restaurant „Ketschauer Hof“, was aus ihrer Sicht die Vorzüge eines veganen Lebens sind.

Frau Renner, was war Ihr Beweggrund, von der Vegetarierin zur Veganerin zu werden?

Ich habe damals das Buch „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer gelesen. Bis dahin hatte ich mir keine Gedanken darüber gemacht, wie Milch und Eier produziert werden. Das Buch hat mir die Augen geöffnet, und so wurde ich binnen ein paar Tagen Veganerin. Und immer wenn ich heute am Münchner Schlachthof vorbeifahre oder einen Tiertransporter sehe, weiß ich, dass der eingeschlagene Weg richtig ist. Sie sind eine der bekanntesten Bloggerinnen in der Szene. Hat der vegane Lifestyle auch ansonsten Ihr Leben verändert? Sehr. In meinem Kopf hat ein komplettes Umdenken stattgefunden. Von der „Konsum-Tante“ wurde ich zur Ökokriegerin. „Vegan zu leben“ bedeutet ja, wie gesagt mehr als „vegetarisch zu essen“. Das schließt von der Kleidung über Kosmetik und Putzmittel fast alles ein. Sie bieten auch veganes Coaching an, auch in Deidesheim. Wie überzeugen Sie Menschen von dieser Lebensweise? Ich überzeuge nicht, sondern beantworte Fragen, die mir gestellt werden wahrheitsgemäß. Ich würde meinen Lebensstil niemandem aufdrängen. Oft blicke ich dann in sehr nachdenkliche Gesichter. Für mich ist jede kleine Veränderung von fleisch- oder vegetarisch essenden Menschen schon ein großer Gewinn. Gibt es Vorurteile gegenüber Veganern, die Sie stören? Oft wird es in den Medien so dargestellt, als würde man sich als Veganer ausschließlich von sogenannten Ersatzprodukten ernähren. Doch ich kenne niemanden, der diese in Masse einkauft. Auch stimmt es nicht, dass alle Veganer und Veganerinnen anderen Menschen ihren Lebensstil oder ihre Ernährungsweise aufdrängen. Viele Menschen beschäftigen sich nicht mit dem Lebens- und Genussstil, weil sie glauben, dass das teurer ist. Wie begegnen Sie dieser Einstellung? Es kommt drauf an, was man einkauft. Ernährt man sich vegan ausschließlich von Fertigprodukten, kann das sehr teuer werden. Wird hingegen auf regionale und saisonale Lebensmittel zurückgegriffen und werden viel Gemüse und Proteine in Form von Hülsenfrüchten eingebaut, kann ich das nicht bestätigen. Welche Rolle spielt das Thema Tierrechte für Sie? Eine sehr große. Tiere sind der Grund, weswegen ich mit acht Jahren Vegetarierin wurde und 20 Jahre später dann Veganerin. Was machen Sie in ihren Kursen? Man kann mit mir einkaufen gehen, mit mir in Kleingruppen kochen, mich für zwei Gespräche buchen oder sich für das Gesamtpaket entscheiden. Der Nachmittag im „Ketschauer Hof“ ist mein erster Kochkurs außerhalb Münchens. Ich freue mich auf die Menschen aus der Region und auf alle Fragen, die während des Kochens aufkommen werden. Es ist immer wieder schön zu zeigen, wie einfach, unkompliziert und rundum zufriedenstellend die vegane Küche ist. Schön wäre es, auch noch Zeit zu haben auf den veganen Lebensstil, von der Ernährung abgesehen, eingehen zu können. Wir werden sehen, was die Teilnehmer und Teilnehmerinnen wissen möchten. Hat vegane Genusskultur einen Platz im Sternerestaurant? Absolut! Den Beweis tritt beispielsweise das Haubenrestaurant „tian“ in Wien an, das nun auch eine Filiale in München hat. Doch auch ganz ohne Sterne kann man wunderbar vegan genießen. Termin „Vegane Ernährung & Kochen“ mit Claudia Renner findet morgen von 12 bis 15 Uhr im Ketschauer Hof in Deidesheim statt. Es sind nur noch wenige Plätze frei. Infos und Reservierung unter 06326 70 000.

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