Grosskarlbach RHEINPFALZ Plus Artikel Hundewiese statt Wohnbau: Zukunft des Sportplatzes noch unklar

Wenigstens für die Hundeerziehung kann der Großkarlbacher Fußballplatz genutzt werden. Der örtliche Sportverein würde das Geländ
Wenigstens für die Hundeerziehung kann der Großkarlbacher Fußballplatz genutzt werden. Der örtliche Sportverein würde das Gelände gern aufgeben.

Der Plan des Großkarlbacher Gemeinderats, den örtlichen Sportplatz zu einem Wohngebiet zu machen, kommt nicht voran. Denn so einfach wie zunächst gedacht, ist es nicht Baurecht zu schaffen. Im Moment wird die Grünfläche fürs Hundetraining genutzt.

Anfang 2024, das heißt zweieinhalb Jahre nachdem die Idee öffentlich geworden war, rechneten die Großkarlbacher Bürgervertreter mit einer entscheidenden Weichenstellung in diesem Jahr, doch die Erwartungen werden sich nicht erfüllen. Denn bevor ein Bebauungsplan entwickelt werden könne, müsse der Flächennutzungsplan Verbandsgemeinde Leiningerland entsprechend gestaltet sein, teilt die VG-Verwaltung auf Anfrage mit. Und das wird noch dauern.

Bauamtsleiter Dennis Zimmermann erinnert daran, dass das Projekt der aktuellen Rechtsprechung zufolge nicht in einem beschleunigten Planungsverfahren verwirklicht werden kann. Paragraf 13b des Baugesetzbuchs erlaube es zwar, bei Flächen bis 10.000 Quadratmeter, „die sich an im Zusammenhang bebaute Ortsteile anschließen“ auf Verfahrensschritte zu verzichten, um einen Bebauungsplan für Wohnraum schneller durchzuführen. Doch laut Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ist dieser Paragraf nicht mit Europarecht vereinbar. Das beschleunigte Verfahren ohne Umweltprüfung sei für kleine Neubaugebiete unwirksam, so Zimmermann. Anders gesagt: Der Außenbereich Sportplatz kann nur im Regelverfahren zum bewohnten Innenbereich gemacht werden, und dazu gehört, dass der VG-Rat dem Vorhaben durch eine neue Festsetzung im Flächennutzungsplan zustimmt.

Rüttger: Es geht Bauland verloren

Auf Nachfrage erklärt Verbandsbürgermeister Frank Rüttger (CDU), dass die durch den Zusammenschluss von Grünstadt-Land und Hettenleidelheim gebildete Verbandsgemeinde Leiningerland einen einheitlichen Flächennutzungsplan benötigt. Dabei gingen gegenüber den bestehenden beiden Plänen der ehemaligen Verbandsgemeinden rund 20 Hektar Bauland verloren. Deshalb seien manche Vorhaben nach der Fusion noch nach den bestehenden Plänen realisiert worden, während andere Gemeinden auf die Zeit des neuen Flächennutzungsplans vertröstet wurden. „In der Dezembersitzung des VG-Rats wollen wir nun die europaweite Ausschreibung der Planungsleistungen auf den Weg bringen und dann mit der Aufstellung im ersten Halbjahr 2025 starten“, informiert der VG-Bürgermeister. Auf der Tagesordnung für den Rat am Donnerstag steht das nicht, aber auf Nachfrage teilt Rüttger mit: „Wir informieren unter Anfragen und Mitteilungen im öffentlichen Teil.“ Ihm zufolge wird mit dem Flächennutzungsplan der Verlust weiterer Bauflächen insgesamt für das Gebiet der VG einhergehen. Was das für Großkarlbach bedeutet, bleibt abzuwarten.

Ein Leidtragender des Problems ist der Turn- und Sportverein (TuS) Großkarlbach, an den die Gemeinde das Sportgelände samt Gaststätte und Parkplatz verpachtet hat. Sie selbst hat es von der Eigentümerin, der protestantischen Pfarrpfründestiftung, gepachtet. Der TuS quält sich seit Längerem mit den Kosten herum, welche die Unterhaltung des kaum genutzten Fußballplatzes verursacht. Dem Verein und der Gemeinde wäre es lieber, es gäbe einen modernen Multifunktionssportplatz, am besten neben dem Bürgerhaus, in dem bereits Sport getrieben wird. Die Anlage zu finanzieren und zu bauen steht aber auf einem anderen Blatt.

Sportverein verspürt Kostendruck

„Wir können den Sportbetrieb derzeit nicht so gestalten, wie es gut wäre“, sagt TuS-Vorsitzender Stefan Storchmaier und hofft, dass bald etwas vorangeht. Die Pflege des Sportplatzes habe man aus Kostengründen heruntergefahren, und mit der Gaststätte und der Vermietung des Platzes an eine Hundeschule könnten noch Einnahmen generiert werden.

Erster Beigeordneter Richard Weißmann (FWG) ist ebenfalls nicht glücklich über die Stagnation, auch weil so viele Familien hofften, in Großkarlbach ein Haus bauen zu können. Er schüttelt den Kopf darüber, dass für ein Grundstück von nur einem Hektar so ein aufwendiges Planungsprozedere notwendig sei.

Termin

Sitzung des Verbandsgemeinderats Leiningerland am Donnerstag, 12. Dezember, 18.30 Uhr, im Sitzungssaal des VG-Verwaltungsgebäudes in Grünstadt, Industriestraße 11. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem Klimaschutzmaßnahmen, die Wahl eines Beauftragten für Migration und Integration sowie die Wirtschaftspläne der Werke und deren verschiedene Vorhaben.

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