Kreis Bad Duerkheim
Hort der Kindertagesstätte Friedelsheim-Gönnheim in Gefahr?
Das sagten jedenfalls übereinstimmend der Verbandsvorsitzende Wolfram Meinhardt und Heike Ditrich (beide FWG, Gönnheim). Das Problem ist der Platz. In der Kita sind nach Angaben von Leiterin Carmen Georgi alle 115 Betreuungsplätze belegt. Ebenso die fünf sogenannten Ausbauplätze – zusätzliche Plätze in bestehenden Gruppen, die das Landesjugendamt bis zum Ende des Kindergartenjahres genehmigt hat. Nachdem derzeitigen Stand werden nächstes Jahr mehr Kita-Plätze benötigt, die Anzahl der Ganztagsplätze werde aufgrund der Vorgaben des neuen Kita-Gesetzes um 20 steigen, und es sei unklar, ob die Ausbauplätze ab Juli erneut genehmigt werden, erläuterten Ditrich und Meinhardt.
Angesichts dieser Entwicklung reiche der Platz in dem Gebäude eigentlich nicht mehr für den Hort. Bei einem Gespräch mit Vertretern des Landesamts, der Kreisverwaltung und der Verbandsgemeindeverwaltung Wachenheim habe man sich überlegt, wie dieses Problem gelöst werden kann.
Eine Möglichkeit wäre, einen Teil der Kita auszulagern – entweder in ein anderes Gebäude oder in Container, so Meinhardt. Das Problem: Der Hort sei eine freiwillige Leistung, die Bereitstellung von Betreuungsplätzen für alle Jungen und Mädchen ab einem Jahr hingegen eine Pflichtaufgabe der Kommunen, sagte Ditrich. Die Pflicht habe Vorrang. Wenn die Gemeinden trotzdem einen Hort anbieten wollen, sei zu befürchten, dass sie die Kosten für zusätzliche Räume oder für Container sowie für das zusätzlich benötigte Personal allein tragen müssen, machte Ditrich klar.
Tobias Korn (CDU, Gönnheim) regte an, auf Kosten der Gemeinden auf der einstöckigen Kita-Gebäude ein Teilgeschoss zu errichten. Die Baukosten könnten die beiden Gemeinden eventuell noch stemmen, aber auf Dauer sicher nicht die zusätzlichen Personalkosten, entgegnete Ditrich. Meinhardt zufolge wurden zwei Gebäude besichtigt, um zu prüfen, ob sie als Ausweichquartiere infrage kommen. Beide seien im derzeitigen Zustand nicht geeignet. Für Container sei bisher kein geeigneter Standort gefunden worden, so Peter Fleischer (FWG, Friedelsheim).
Man wolle versuchen, eine Auslagerung zu vermeiden, so Ditrich. Derzeit werde bei den Eltern angefragt, ob sie künftig noch Hortplätze benötigen und wie viele. Nach Angaben von Georgi genehmigt das Landesamt einen Hort noch, wenn mindestens 21 Kinder angemeldet sind. So groß sei die Nachfrage derzeit nicht. Außerdem werde geprüft, ob wirklich alle Eltern, die ihren Nachwuchs für kommendes Jahr für die Kita angemeldet haben, auch tatsächlich einen Platz benötigen, berichtete Ditrich. Es komme immer wieder vor, dass Eltern, die irgendwann in einen der beiden Orte ziehen wollen, ihre Kinder vorsorglich schon einmal anmelden.
Auch soll mit dem Landesamt geklärt werden, ob sich die Anzahl der Betreuungsplätze erhöhen lässt, indem zum Beispiel eine kleine altersgemischte in eine größere geöffnete Gruppe umgewandelt wird. Zudem soll mit Landesamt und Kreisverwaltung darüber geredet werden, ob sie sich eventuell an den Kosten für Container oder ein Ausweichquartier beteiligen würden. Georgi forderte schnelle Entscheidungen.
Obwohl noch vollkommen unklar ist, ob ein Teil der Kita ausgelagert wird, wurde darüber diskutiert, wer ausgelagert werden soll. Es würden auf keinen Fall bestehende Gruppenstrukturen zerstört, betonten Meinhardt und Ditrich, nachdem Korn entsprechende Bedenken äußerte.
Meinhardt versicherte weiter, dass die Problematik auf den Hort in Ellerstadt keine Auswirkungen habe. Nach Angaben der dortigen Leiterin Sina Ruhs sind in dem Ellerstadter Hort derzeit 22 Kinder, obwohl eigentlich nur 20 Plätze vorhanden sind. Dadurch, dass die Turnhalle mehrmals in der Woche genutzt wird, ein Klassenraum der Schule für Hausaufgabenbetreuung zur Verfügung steht und mit den Kindern viel ins Freie gegangen werde, könne man die räumliche Situation gut entzerren.