Kreis Bad Duerkheim Holzviertelfest befeuert ganzes Quartier

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Am kommenden Sonntag feiert Wachenheim zum ersten Mal ein Holzviertelfest. In und um das Quartier zwischen Weinstraße, Mühlgasse und Stadtmauer, das im Mittelalter die Holzverarbeitung beheimatete, bieten Vereine und Initiativen ein buntes Programm an und buhlen um die Publikumsgunst.

Das Wachenheimer Doppeljubiläumsjahr neigt sich dem Ende zu, nicht jedoch ohne eine erneute große Feier. Nach dem leider verregneten Schlinzelgassenfest wagt das Festkomitee eine weitere Freiluftveranstaltung: das Holzviertelfest. Der Förderverein zur Erhaltung der Protestantischen Kirche, der Heimatverein, Flüchtlinge aus der Stadt, der Forstzweckverband Mittelhaardt, die Initiative Stadtmauer, die Jugendfeuerwehr mitsamt Förderverein, die Landfrauen, der Verein „Kunst im Dreieck“ sowie das Weingut Dr. Bürklin-Wolf beteiligen sich. Die Mühlgässler haben gar ihren Herbstmarkt um eine Woche nach hinten verschoben, um Teil der Veranstaltung in ihrem Viertel zu sein. Musik im Pfortenstück und eine auf die Stadtmauer projizierte Lichtshow sollen den krönenden Abschluss bilden. Die Weinstraße wird von 10 bis 24 Uhr für den Durchgangsverkehr gesperrt. Holzviertelfest, Probiertage im Apfelhof Zimmermann, das „Ballonglühen“ des Gewerbevereins – für die Besucher bedeutet das eine üppige Auswahl. Die beteiligten Vereine und Initiativen stellt das geballte Angebot jedoch vor Probleme. „Wir haben Mühe, die Stände über den ganzen Tag zu besetzen, denn in vielen Vereinen sind die gleichen Leute“, sagt Michaela Peter, selbst bei den Landfrauen und im Heimatverein aktiv. Angesichts des großen Angebots im Ort werden auch Bedenken laut, dass die Stände vor der Stadtmauer wenig Zuspruch finden werden. Besonders die Terminansetzung des Gewerbevereins am Sonntag sorgt für reichlich Unmut bei einigen Beteiligten. „Die Befürchtungen sind nicht ganz unbegründet“, sagt Burkhard Ort vom Festkomitee der Stadt. „Vor 15 Uhr gibt es an der Stadtmauer ja keine Attraktion. Aber der Bürgermeister eröffnet um 11.30 Uhr das Fest in der Mühlgasse, öffnet dann die Pforte der Stadtmauer und zieht anschließend mit den geladenen Gästen über den neuen Mittelaltergarten von einer Station zur anderen. Da schließen sich sicher ein paar Leute an“, ergänzt er. Vielleicht bleiben sie ja am Essenstand der Flüchtlinge stehen, die sich mit typischen Speisen ihrer alten Heimat einbringen möchten. Die Mühlgässler haben in diesem Jahr besonderen Grund zum Feiern. Vor 600 Jahren wurde ihre Gasse erstmals schriftlich erwähnt. „Ich habe dazu eine kleine Fotoausstellung vorbereitet mit historischen und aktuellen Bildern von Mühlgassenhäusern“, sagt Eva Laponte-Stein, Mitorganisatorin des Herbstmarktes. Auch in der Mühlgasse werden die Hände am Sonntag knapp. „Wir fragen Freunde und Bekannte, aber in diesem Jahr war es schwer“, berichtet Sabine Mandese. Auch der im Jubiläumsjahr schon mehrfach arg strapazierte Bauhof muss erneut Feiertagsschichten bei Auf- und Abbau schieben. Damit es auf den Straßen nicht ebenso eng wird wie auf den Gassen, wird der Durchgangsverkehr schon in Deidesheim auf eine Sperrung der Wachenheimer Ortsdurchfahrt hingewiesen. Bis 18 Uhr wird im Festbereich eine Fahrbahn der Weinstraße gesperrt, danach wird sie bis Mitternacht ganz dicht gemacht. Innerorts wird der Verkehr über die Bahnhofstraße umgeleitet, die mit einem einseitigen Parkverbot belegt wird. Sollte es dann am Abend doch zu Staus kommen, rät Bürgermeister Bechtel mit einem Augenzwinkern: „Wer nicht weiterkommt, ist herzlich eingeladen, mitzufeiern.“ |awg

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