Wachenheim Herrnhuter Sterne und die Energiekrise
Die dunkle und kalte Jahreszeit nähert sich mit großen Schritten. Erster Advent ist am 27. November. Mit dem Entzünden der Herrnhuter Sterne am Vorabend des ersten Advent beginnen traditionell die Wachenheimer Sternstunden. Doch wenn bereits die Wachtenburg nicht beleuchtet werden darf, können dann die Herrnhuter Sterne strahlen wie immer? Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU) bat am Mittwoch den Stadtrat um eine erste Einschätzung – und stellte dabei auch den gesetzlichen Rahmen vor.
„Trauriges Bild“
So sei eine Beleuchtung möglich, wenn diese kurzzeitig sei und kulturellen Zwecke diene. Wenn die Sterne also nicht dauerhaft brennen würden, könne man die Vorgaben einhalten, meinte Bechtel und fügte hinzu: „Die Wachtenburg hat übrigens auch noch nie die ganze Nacht gebrannt.“ Man habe vor der kompletten Abschaltung zum 1. September die Beleuchtungszeit noch mal reduziert, so Bechtel, der findet, dass derzeit der dunkle Haardtrand „ein trauriges Bild abgibt“. Es widerstrebe ihm daher, jetzt auch noch bei den Herrnhuter Sternen den Ausschaltknopf zu drücken.
Auf die Frage aus dem Gremium, ob dies denn gesetzeskonform sei, meinte Bechtel, dass es noch nicht einmal jemanden gebe, der dies kontrolliere. Da bereits jetzt auch in den anderen Gemeinden Weihnachtsbäume bestellt werden, müsse man sich rechtzeitig Gedanken machen. Schließlich machten Weihnachtsbäume ohne Beleuchtung keinen Sinn. Man könne entweder nur LED-Lichter brennen lassen, die Beleuchtung reduzieren oder ganz darauf verzichten, fasste Bechtel die Möglichkeiten zusammen. „Wobei mir Null zu wenig wäre“, stellte er klar.
Vorgehen abstimmen
Bei den Herrnhuter Sternen seien die meisten mit LED-Leuchtmitteln ausgestattet, nur die ganz großen nicht. Wobei auf Letztere verzichtet werden könne, schlug er vor. Man könne auch am Marktplatz einen Baum voll mit kleinen Sternen bestücken statt zehn Bäume mit jeweils wenigen Sternen. In den nächsten Wochen würden die Meinungen der Vereine und der Sternenbetreuer eingeholt. Außerdem, kündigte Bechtel an, werde er sich mit den umliegenden Gemeinden abstimmen, um ein gemeinsames Vorgehen zu erreichen.