Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Heizen wird teurer

Weil die Gaspreise auf dem Markt steigen, wird das Heizen auch für die Kunden der Wachenheimer Stadtwerke ab dem kommenden Jahr
Weil die Gaspreise auf dem Markt steigen, wird das Heizen auch für die Kunden der Wachenheimer Stadtwerke ab dem kommenden Jahr teurer.

Die Stadtwerke Wachenheim werden ihre Gaspreise erhöhen. Das hat der Stadtrat Wachenheim am Dienstag beschlossen. In der Sache bestand Einigkeit. Dennoch gab es wegen eines Details Streit.

Kunden der Wachenheimer Stadtwerke müssen ab Januar mehr Geld für ihr Gas bezahlen. Es werden dann 44 Prozent mehr sein als noch in diesem Jahr. Für eine vierköpfige Familie bedeutet das etwa 400 Euro im Jahr. „Auf dem Gasmarkt herrscht sehr viel Volatilität“, sagte Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU) über die Gründe. Das könnte nach seiner Ansicht am Markt, aber auch an der Politik liegen. Normalerweise geben die Stadtwerke ihren Kunden eine zwölfmonatige Preisgarantie, dieses Mal seien es nur sechs Monate. „Wir können nicht absehen, wie es weitergeht“, sagte Bechtel, der betonte, dass Strom- und Wasserpreise stabil blieben. „Es hat uns alle Nerven gekostet“, sagte er.

Kunden kehren zurück

Stadtwerke-Chef Dieter Panzer sagte, die Gaspreise auf dem Markt seien teilweise höher als die Preise, die die Kunden der Stadtwerke zahlen müssten. Und in diesen Einkaufspreisen seien noch keine Steuern enthalten. Viele Kunden kämen derzeit zu den Stadtwerken zurück, weil ihnen von ihren Lieferanten gekündigt worden sei. Die Werke seien bis zum Sommer noch versorgt, so könnten auch diese Kunden aufgenommen werden. Die neuen Nutzer hätten aber schlechtere Konditionen als die bestehenden Kunden, so Panzer.

Dorothea Geibel (FWG) fragte nach, was passieren würde, wenn die Erhöhung um ein halbes Jahr verschoben würde. Die Werke wurden auf einem Defizit von 800.000 Euro sitzen, sagte Panzer.

„Ein Riesenproblem“

Arnold Nagel (FWG) sagte, die Preise würden nun weitergegeben an die „Schwächsten der Gesellschaft“. „Familien in Wachenheim fangen an zu frieren“, sagte Nagel. Man solle Mitte des Jahres überlegen, ob man nicht ein Bonus auszahle. Und es könne dann auch kein Tabu sein, ein Jahr mit weniger Gewinn auszukommen, um den „Schwächsten der Gesellschaft eine Möglichkeit der Perspektive“ zu geben. Marcus Scholz (CDU) sagte, er könne das unterstreichen. „Die steigenden Energiepreise werden ein Riesenproblem werden.“ Es sei nur das falsche Gremium, um das zu diskutieren.

Eine von Nagel geforderte Ergänzung, das Thema nochmals in einem halben Jahr zu diskutieren, wurde von Bechtel abgelehnt, weil man das ohnehin jedes Jahr tue. Bei einer Gegenstimme wurde die Erhöhung der Gaspreise beschlossen.

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