Haßloch RHEINPFALZ Plus Artikel Haltestellen ohne Barrieren

Leichter Ein- und Ausstieg: Barrierefreie Bushaltestellen haben einen erhöhten Bordstein.
Leichter Ein- und Ausstieg: Barrierefreie Bushaltestellen haben einen erhöhten Bordstein.

Die Gemeinde Haßloch startet den Ausbau von barrierefreien Bushaltestellen. Rund die Hälfte der Haltepunkte werden in einem ersten Schritt baulich nachgerüstet.

Nachdem der Bau-, Verkehr- und Entwicklungsausschuss (BVE) im Dezember 2024 beschlossen hatte, die Entwurfsplanung für den Umbau zu barrierefreien Bushaltestellen zu erstellen, wurde jetzt der Planungsauftrag an das Ingenieurbüro Krug aus Ludwigshafen vergeben. Die Verwaltung schätzt die Kosten auf rund 67.000 Euro.

Die barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Raumes habe eine hohe gesellschaftliche Bedeutung. Sie sei Voraussetzung, um allen Mitgliedern unserer Gesellschaft eine Teilhabe am öffentlichen Leben ohne besondere Erschwernisse zu ermöglichen, so die Aussage der rheinland-pfälzischen Klimaschutzministerin Katrin Eder (Die Grünen). Daher unterstütze das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität die Kommunen bei dem Ziel, Barrierefreiheit im öffentlichen Nahverkehr zu erreichen. Denn Mobilität für alle zugänglich zu machen, bedeute auch, gemeinsam das Klima zu schützen.

Der barrierefreie Zugang soll Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder beeinträchtigtem Seh- und Hörvermögen, aber auch Schwangeren, Personen mit Kinderwagen, mit Rollatoren oder mit größerem Gepäck die Nutzung der Busse ermöglichen. Barrierefreie Haltestellen sind stufenlos zugängliche Haltestellen: Sie ermöglichen einen direkten Einstieg ins Fahrzeug und haben ein Leitsystem für blinde und sehbehinderte Menschen. Zur Barrierefreiheit der Busse gehört auch, die Fahrgast-Informationen barrierefrei zur Verfügung zu stellen.

Haßloch hat derzeit 29 Bushaltestellen

In Haßloch gibt es derzeit 23 Haltestellen (beziehungsweise 29 Haltestellen, weil zum Teil Haltepunkte in beide Fahrtrichtungen vorhanden sind). Der barrierefreie Ausbau der Bushaltestellen ist seit Jahren Thema in der Verwaltung und in den politischen Gremien. Bei einem ersten Ortstermin mit Vertretern der Kreisverwaltung Bad Dürkheim sowie des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar und der Beauftragten für barrierefreie Bau- und Verkehrsanlagen beim Landkreis Bad Dürkheim seien die Haltestellen in Haßloch „begangen“ worden, so die Verwaltung im Dezember. Danach sei eine erste Auswahl der auszubauenden Haltestellen getroffen worden. Auch die im vorliegenden Nahverkehrsplan des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar enthaltene Kategorisierungs- und Priorisierungsliste sei für die Auswahl der umzubauenden Haltestellen in Betracht gezogen worden.

Für den Umbau vorgesehen hat die Verwaltung folgende Haltestellen: Bahnhof (2 Haltepunkte), Gemeindewerke (2), Parkstraße (1 Haltepunkt), Schachtelgraben (1), Richard-Wagner-Straße (2), Rotkreuzstraße (2), Christuskirche (1), Lachener Weg (2) und Schillerschule. Für den barrierefreien Umbau gibt es eine finanzielle Förderung vom Land von bis zu 85 Prozent der förderfähigen Kosten. Es können durchschnittlich 45.000 Euro pro Haltepunkt angesetzt werden.

Prioritätenliste „nicht in Stein gemeißelt“

In der jüngsten BVE-Sitzung erläuterte Annika Genuit von der Bauverwaltung, dass diese Prioritätenliste „nicht in Stein gemeißelt“ sei. Viele Entscheidungsfaktoren müssten beachtet werden. Das Budget sei begrenzt, der barrierefreie Ausbau aller Haltestellen gleichzeitig nicht möglich. Zunächst müsse auch die Umsetzbarkeit geprüft werden. Denn die Durchgangsbreite, die nutzbare Breite, die Bordsteinhöhe oder die Neigung seien vorgegeben. Maßnahmen könnten auch im Rahmen des Straßenausbauprogramms umgesetzt werden.

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