Hassloch
Guggemol: Neues Heim für Igel Nummer 9
Aus der gesamten Vorderpfalz bekommt die Igelstation des Haßlocher Tierschutzvereins Anfragen: In der 2020 neu renovierten Anlage im Tierheim pflegt das Team verletzte, untergewichtige und kranke Igel, bis die wieder in die Freiheit dürfen. Elf Igel haben im 40 Quadratmeter großen Raum in Einzelboxen Platz.
In seiner Box kuriert sich gerade ein kranker Igel aus, der hörbar an Lungenwürmern leidet – keine Seltenheit bei den stacheligen Gesellen. Zwischen Zeitungsschnipseln raschelt es in der Nachbarbox: „Igel Nummer 9“ nähert sich mit lautem Getöse dem Futternapf. „Das ist ein Mädel, das auch schon etwas älter sein dürfte“, sagt Tierheim-Leiterin Nicole Fützenreiter. Ziemlich fotogen ist die Igeldame, obwohl sie an einer akuten Augenverletzung leidet. Da war wohl ein Ast zur falschen Zeit am falschen Platz? Aber die Heilungsfortschritte sind gut.
Eine Igel ohne Angst
Allerdings weist Igel Nummer 9 eine Besonderheit auf: „Unsere Patientin rollt sich nicht zum Schutz zusammen, wenn man sich ihr nähert“, erläutert die Tierheimleiterin. Das sei dann leider nicht zutraulich und lieb, sondern gefährlich: „So kann man sie einfach nicht auswildern.“
Doch auch für Igel Nummer 9 gibt es eine Lösung. Fützenreiter freut sich: „Sobald das Auge wieder gut ist, darf die Kleine bei einer fachkundigen Frau in deren umrandeten Garten einziehen.“ So kann Igel Nummer 9 nicht selbst ausbüxen und ist im „geschützten Bereich“ hoffentlich vor bösen Angreifern sicher.