Kreis Bad Duerkheim Gesundheitskarte gefordert

Placeholder-Image

Die Einführung einer Gesundheitskarte für Flüchtlinge fordert der Beirat für Migration und Integration vom Landkreis. Aus den eigenen Reihen kam in der Sitzung am Mittwoch im Kreishaus Kritik, dass sich der Beirat nur noch um Flüchtlinge kümmere und nicht um Migranten, die schon länger hier leben.

Auch Migranten hätten teils Probleme und brauchten Unterstützung bei der Integration, erinnerte Olivier Farge, früherer Beiratsvorsitzender aus Grünstadt. „Viele fühlen sich inzwischen vergessen.“ Einige stimmten ihm zu, es gab aber auch Widerspruch. „Derzeit ist der Fokus stark auf Flüchtlinge gerichtet, es ist richtig, dass die Migranten dabei in Vergessenheit geraten“, räumte Vorsitzender Ernst Bedau (Deidesheim) ein. Man wisse freilich auch nicht, welchen Unterstützungsbedarf Migranten haben. Die Kreisverwaltung solle prüfen, ob eine Gesundheitskarte für Flüchtlinge eingeführt werden kann. So lautete ein einhelliger Beschluss des Gremiums. Damit könnten sie alle medizinischen Leistungen in Anspruch nehmen. Derzeit muss für Arztbesuche und Ähnliches erst ein Berechtigungsschein von der örtlichen Verwaltung ausgestellt werden. Der von Beiratsmitgliedern mit Unterstützung der Kreisverwaltung erstellte Leitfaden für Flüchtlingsbetreuer ist fertig, so Bedau. Landrat Ihlenfeld wolle ihn in der nächsten Kreistagssitzung vorstellen. Danach soll der Leitfaden auf die Homepage von Kreis und Beirat gestellt werden. An der Website des Beirats wurde Kritik geübt: Sie sei unübersichtlich, habe zu wenig Inhalte und sei schwer zu pflegen. Ein Wegweiser für Flüchtlinge werde wahrscheinlich bis Ende März fertig, sagte stellvertretende Vorsitzende Lara Jennings (Bad Dürkheim). Er wird Hilfestellungen in acht Sprachen enthalten. Die Kosten von etwa 6000 Euro hat der Kreis übernommen. Gegensätzliche Standpunkte in Bezug auf die Zielgruppe des Beirats wurden auch bei der Frage deutlich, ob nächstes Jahr gemeinsam mit dem TSV und der Kindertagesstätte in Freinsheim ein Integrationssportfest auf die Beine gestellt werden soll. Ähnliche Feste hatte es früher schon gegeben, so Farge. „Araber machen keinen Sport, und die Frauen dürfen ohnehin nicht“, führte Rudolf Hoffmann (Forst/Grüne) an. Ein Fest trage zum Kontakt zwischen Deutschen und Migranten bei, wurde ihm entgegengehalten. Ein Team soll nun ein Konzept erarbeiten, danach wird über ein Sportfest entschieden. Das Gesprächsforum im 20. Januar, das der Beirat organisiert hatte, sei zu wenig konstruktiv gewesen und habe ehrenamtlichen Asylhelfern zu wenig Möglichkeiten zu Fragen geboten, lautete ein weiterer Kritikpunkt. Eine Integrationswoche in Jugendhäusern und die Entwicklung eines Logos wurden unter anderem als Ideen genannt. (ann)

Mehr zum Thema
x