Hassloch
Gemeinde will verstärkt um Ärzte werben
Der Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss hat einem Antrag der Koalitionsfraktionen CDU, Grüne und FWG zugestimmt. Maßnahmen, um mit aktiver Werbung Haus- und Fachärzte für die Gemeinde zu gewinnen, sollen außerdem geprüft werden.
Renate Armbrust (CDU) sagte zur Begründung des Antrags, dass dieses Thema bereits seit längerer Zeit im Raum stehe. Ein Runder Tisch habe nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Aufgrund der Altersstruktur bei den Haßlocher Ärzten müsse man sich um die künftige Versorgung kümmern.
Derzeit 14 offene Hausarztstellen
Von 14 offenen Stellen für Hausärzte im Zuständigkeitsbereich Bad Dürkheim und Neustadt der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) berichtete der per Video zugeschaltete Arkadius Adamczyk von der Beratungsstelle Kommunen der KV Rheinland-Pfalz. Die Lage in Haßloch bewerte er noch recht positiv. Es stelle sich die Frage, was Haßloch für Ärzte attraktiv mache. Die Gemeinde habe eine sehr gute Ausgangslage beispielsweise mit seiner zentralen Lage, der Verkehrsanbindung, dem Angebot an Kinderbetreuung und Schulen oder den Freizeitmöglichkeiten. Generell sei „der Kampf um die Ressource Arzt ausgebrochen“. Die KV biete „arztspezifisches Regionalmarketing“ und Imagekampagnen zum Selbstkostenpreis an. Wichtig sei gute Werbung, damit die Kommunen erfolgreich seien bei „Ort sucht Arzt“.
Kritik am „Dilettantismus“ der Verwaltung
Achim Weisbrod (FDP) kritisierte, dass „zu viel altes Zeug“ gesagt worden sei. Die KV sei nicht primär Ansprechpartner für Hausärzte: Er verwies auf den Hausärzteverband. Nur Gespräche mit einem Vertreter der KV seien ebenso wenig ausreichend wie deren Strategien. Auch beim Runden Tisch sei nichts herausgekommen. Es erfolge keine Analyse der Situation, die Verwaltung mache zu wenig. „Es gibt genug Ärzte. Die kommen aber nicht nach Haßloch, Ich werfe der Verwaltung Dilettantismus vor“, kritisierte Weisbrod. Bürgermeister Tobias Meyer (CDU) wies den Vorwurf zurück, und Armbrust warb für ein gutes Miteinander und den Beschlussvorschlag. Weisbrod legte nach: „Warum soll in der Öffentlichkeit diskutiert werden, wenn keine Fakten vorhanden sind?“. Meyer konterte, die Aussage von Weisbrod zeuge von „schlechtem Stil“.