Elmstein
Gemeinde kauft Möllbachweiher
1972 hat die Gemeinde den Möllbachweiher und das dazu gehörende Gelände gepachtet. Im Frühjahr entschied Ortsbürgermeister Rene Verdaasdonk (SPD), den Vertrag nicht mehr zu verlängern und erhielt vom Rat ein Mandat, in Kaufverhandlungen einzutreten. Nun liegt ein Angebot vor, und der Rat hat dem Kauf des künstlich angelegten Fischweihers zugestimmt.
Verdaasdonk erklärte gegenüber der RHEINPFALZ, dass bei der Nicht-Verlängerung zwei Gründe eine Rolle gespielt hätten: Zum einen die hohe Pacht, zum anderen eine Vertragspassage, der zufolge die Gemeinde für die Pflege des Weihers zuständig sei und diesen in seinem Ursprungszustand erhalten müsse. Dies sei mittlerweile nicht mehr möglich. An dem Weiher sei seit Jahrzehnten zu wenig gemacht worden. So ist er zum Beispiel stark versandet. „Wir können den Weiher inzwischen nicht mehr so herrichten und pflegen, wie er früher war“, so Verdaasdonk. Denn nach Überzeugung der Naturschutzbehörde bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd sei der Weiher in seinem jetzigen Zustand ein schützenswertes Biotop, an dem Veränderungen nur begrenzt und nur mit Erlaubnis möglich seien.
Parkplatz soll erhalten bleiben
SWG-Fraktionsvorsitzender Stefan Herter verwies darauf, dass damit der Parkplatz für die Arztpraxis, der auf dem Gelände liegt, nicht mehr gesichert sei. Bei der Eröffnung der Arztpraxis musste diese Parkfläche nachweisen. Die Gemeinde stellte damals dafür Gelände am Möllbachweiher zur Verfügung. „Wir haben vor Jahren heftig dafür gekämpft, dass Elmstein eine Arztpraxis behält. Wenn es keinen Parkplatz mehr gibt, vertreiben wir den Arzt“, so Herter. Verdaasdonk betonte auf Anfrage: „Die Parkfläche für die Arztpraxis bleibt erhalten.“ Der Parkplatz, der nicht nur von Patienten der Praxis, sondern auch von Anwohnern und vor allem am Wochenende von Besuchern der Wappenschmiede genutzt werde, solle hergerichtet.
Auch könne die Gemeinde nun Pläne für die Gestaltung des Möllbachweihers und des dazu gehörenden Geländes entwickeln, so dass auch eine touristische Nutzung möglich werde. Dazu sollen nach Angaben von Verdaasdonk Gespräche mit den Naturschutzbehörden geführt werden. Man dürfe den Weiher sicher nicht wieder so herrichten, wie er früher war, doch er müsse auch nicht im jetzigen Zustand bleiben, so der Ortsbürgermeister. Wie er berichtet, soll der geplante Erlebnispfad Felsenkönig am Möllbachweiher vorbeiführen.
Viel Sand angesammelt
Ob eine Entfernung des Sandes möglich ist, ähnlich wie beim Helmbachweiher geplant, könne frühestens dann entschieden werden, wenn sich das Verfahren beim Helmbachweiher bewährt habe. Dort soll der Sand wieder dem Speyerbach zugeführt werden. Nach Verdaasdonks Einschätzung würde der Prozess beim Möllbachweiher jedoch noch länger dauern als beim Helmbachweiher, da der Sand sich über einen längeren Zeitraum angesammelt habe.
Einig war man sich im Rat darüber, dass sowohl der Pachtpreis, den die Gemeinde seit 1972 zahlt, als auch der vom Besitzer geforderte Kaufpreis „weit überteuert“ sind. Verdaasdonk hält es jedoch für besser, einmal Geld in die Hand zu nehmen, als weiter jährlich eine hohe Pacht zu zahlen. Allerdings müsse die Kommunalaufsicht dem Vorhaben noch zustimmen.