Kreis Bad Duerkheim Gastronomie-Pläne für den Klemmhof

Für den Neustadter Klemmhof gibt es neue Pläne: Florian Wiedemann, Chef des Neustadter Palatina-Hotels, will im Erdgeschoss der Skandal-Immobile fünf Läden zu einem Gastronomie-Konzept zusammenfassen. Feinkostladen, Café, „Haus des Weines“ und eine „Erlebnisküche“ schweben ihm vor.
Das Projekt soll auf der nördlichen Klemmhof-Seite entstehen. Gerade in der Kombination sieht Wiedemann die Einzigartigkeit des Konzepts. „So etwas gibt es bis Frankfurt nicht“, sagt der Gastronom. Er hat dem Konzept den Titel „Einen Tag im Palatina“ gegeben – einen Tag in der Pfalz. Fünf bis zehn neue Arbeitsplätze soll es geben. Die Investitionssumme beziffert er auf 400.000 bis 500.000 Euro. Wiedemanns Partner sind sein Mitarbeiter Herbert Rusche und Alexander Hundt – letzterer sein einstiger Chef. Hundt hat viele Jahre das Restaurant „Admiral“ in Weisenheim am Berg betrieben, Wiedemann ist dort in die Lehre gegangen. Seit einigen Monaten ist Hundt zweiter Geschäftsführer in der Hotel Palatina GmbH. Wiedemann ist sich sicher, dass der Klemmhof „wieder das werden kann, was er einmal war“. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft (WBG), der 34 Prozent des Klemmhofes gehören, sei auf ihn zugekommen, als er auf der Suche nach geeigneten Räumen für sein Vorhaben war, erzählt Wiedemann. Die Idee, den Klemmhof wiederzubeleben, reizte ihn. Und er habe „großes Vertrauen“, dass das Gebäude so saniert wird, dass es wieder von den Kunden angenommen wird. Umgekehrt sieht die WBG gute Chancen, den Klemmhof „auf gehobenem Niveau“ zu positionieren, wie WBG-Geschäftsführer Ingo Röthlingshöfer sagte. Auch bei der Vermarktung der übrigen Flächen sei die Gesellschaft gut voran gekommen. Es gebe einen weiteren Mieter, so Röthlingshöfer. Den Namen wollte er noch nicht nennen. Der gewaltige Gebäudekomplex aus Wohnungen und Geschäftsräumen ruht auf 95 dicken Säulen. 2009 war der Klemmhof einige Wochen lang evakuiert worden, weil fünf dieser Fundamente nicht mehr trugen: Das Erdreich darunter hatte sich in Brei verwandelt. Der Grund: Beim Bau des Gebäudes zwischen 1974 und 1976 war geschlampt worden, der drei Stockwerke tiefe Keller war undicht. Pumpen saugten ab 1983 das Wasser ab, es bildeten sich Hohlräume. Betoninjektionen haben inzwischen für neue Standfestigkeit gesorgt, zudem wurde eine neue Bodenplatte eingebaut. Weil während der Evakuierung die Geschäfte geschlossen wurden, sind einige Ladenbesitzer pleitegegangen, streiten seither mit der WBG ums Geld. (kkr/lsb)