Hassloch
Früherer Museumsleiter Bernd Ruckdeschel gestorben
Der Diplom-Ingenieur mit dem Spezialgebiet Bauphysik war bis zu seiner Pensionierung bei der BASF beschäftigt. Seine Tätigkeit führte ihn in viele Länder der Welt, nach Südamerika, Neuseeland und China.
Im Ruhestand übernahm Bernd Ruckdeschel 2001 die ehrenamtliche Leitung des Heimatmuseums im Ältesten Haus. Das Museum wurde für ihn zu einem zweiten Zuhause. Das Engagement für die Heimatgeschichte erfüllte ihn. Mit Leib und Seele widmete er sich den vielfältigen Aufgaben im Museum. „Als ich angefangen habe, hatten wir 3000 Besucher im Jahr, jetzt sind es 6000 bis 7000“, sagte er, als er 2016 nach 15 Jahren als Museumsleiter den Stab an seinen Nachfolger Alfons Ruf weiterreichte.
Museumsbestand akribisch neu geordnet
Ruckdeschel konnte in der Tat zufrieden auf sein Werk zurückblicken. Die Exponate, einige tausend an der Zahl, ordnete er mit Akribie neu und organisierte Sonderausstellungen. Maßgeblich war er am Aufbau des Otto-Dill-Raums beteiligt. Im benachbarten Kulturviereck richtete er mit Helfern eine Bibliothek ein. Über 1000 Bücher, unter anderem zur Ortsgeschichte und zu Themen des Handwerks, der Landwirtschaft, der Kultur und der Schulen, die zuvor im Haus der ehemaligen Museumsleiterin Marianne Wittmann geschlummert hatten, fanden hier ihren Platz.
Bei Führungen durch das Heimatmuseum fand der kenntnisreiche Hobbyhistoriker stets interessierte Zuhörer. Ruckdeschel, der nach eigenem Bekunden ein besonderes Faible fürs Mittelalter hatte, konnte er aus dem Stegreif einen kleinen Vortrag halten, wie es vor Jahrhunderten in Haßloch ausgesehen hat. Ein großes Anliegen war es Ruckdeschel immer, gerade Schulklassen die Heimatgeschichte näherzubringen. Seine persönlichen Lieblingsstücke waren die Nachbildungen der Bronzeräder von Haßloch aus dem 9. Jahrhundert vor Christus, deren Originale im Historischen Museum der Pfalz ausgestellt sind.
Goldene Verdienstmedaille der Gemeinde
Dem Museum verschaffte Ruckdeschel mit seinem Engagement ein steigendes Interesse, lobte der damalige Bürgermeister Lothar Lorch, als er ihm 2015 die Goldene Verdienstmedaille der Gemeinde verlieh. 2005 hatte er bereits die Silberne Verdienstmedaille erhalten.
Bernd Ruckdeschel war außerdem Mitbegründer und Vorsitzender des Freundeskreises Heimatmuseum. Maßgeblich war er an der 1400-Jahr-Feier der Gemeinde im Jahr 2000 beteiligt. Zusammen mit Museumsleiter Wolfgang Hubach und Günter Ohler hob er 2004 die Reihe „Haßlocher Heimatblätter“ aus der Taufe, in der mittlerweile 125 Ausgaben erschienen sind.
Zu seinen Hobbys zählten die Geschichte und das Bemalen von Zinnfiguren aus dem Mittelalter. Dem Bauernmuseum in Nußdorf schenkte er tausend Zinnfiguren für die jährliche Ausstellung für das Bauernfest.
Ruckdeschel hinterlässt seine Ehefrau Ute, die Söhne Jörg und Tim sowie vier Enkel.