Blickpunkt
Feuerwehr im Schichtdienst und im Dauereinsatz
Der Schichtplan für die Rettungskräfte steht bis Samstag, 24. Juli. „Alles weitere entscheidet sich täglich. Man kann noch nicht sagen, wie es in der nächsten Woche aussieht. Vielleicht werden die einen Fahrzeuge abgezogen und andere hochgeschickt“, erklärt Bühler. Es hänge von der Lage vor Ort und von dem, was vom Land angefordert wird, ab.
Seit Sonntag sind vier Feuerwehrleute aus Wachenheim mit dem Gerätewagen Dekon-P, einer Abkürzung für Dekontamination Personen, vor Ort. Außerdem sind noch je drei aus Haßloch für deren Rüstwagen und drei aus Grünstadt für deren Mess-Gerätewagen in Kreuzberg. Diese drei Fahrzeuge sind mit ihrer Besatzung mindestens bis Samstag im „Dauereinsatz“.
Dekon-P ist eine Teileinheit des Gefahrstoffzuges des Landkreises, mit der Duschmöglichkeiten mit Warmwasser in einem beheizten Zelt aufgebaut werden können. Denn im Krisengebiet gibt es derzeit keine Wasser-, Strom- oder Gasversorgung. Die Einsatzkräfte helfen bei Aufräumarbeiten, wenn niemand die Duschen benutzen will. Die Dekon-P-Einheit bleibt vor Ort, das Personal wird am Mittwoch erneut von Wachenheimern abgelöst, wie der Bürgermeister der VG Wachenheim, Torsten Bechtel (CDU), mitteilt. Er lobt die „hervorragende Zusammenarbeit“ zwischen Bundeswehr, Bundespolizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten mit der örtlichen Bevölkerung. „Nach Aussage der Kräfte vor Ort sind die Zerstörungen unvorstellbar“, berichtet er.
Arzt unterstützt technische Einsatzleitung
Fünf Helfer aus Haßloch und acht aus Grünstadt waren zudem in der ersten Schicht von Sonntag bis Dienstag dabei. Die nächste wird von Dienstag bis Donnerstag dauern. Zehn Feuerwehrleute aus der Verbandsgemeinde (VG) Freinsheim und neun aus Bad Dürkheim sind dann im Einsatz. Ab morgen früh ist laut Kreissprecherin Sina Müller auch noch ein Arzt des Gesundheitsamts im Landkreis Ahrweiler. Er unterstützt die technische Einsatzleitung und den Öffentlichen Gesundheitsdienst. Er soll drei Wochen bleiben, je nach Bedarf könne es aber auch kürzer oder länger sein.
In der bis Samstag dauernden nächsten Schicht kommen neun Personen aus der VG Lambrecht, acht aus der VG Deidesheim und sieben aus der VG Wachenheim. Hinzu kommen mehrere Mannschaftstransport- und Mehrzweckfahrzeuge und diverse Materialien verschiedener Wehren aus dem ganzen Kreisgebiet. Laut Kreisverwaltung helfen die Einsatzkräfte in Kreuzberg gerade beim Aufräumen und pumpen weiterhin Keller aus. Es gebe auch „allgemeine Hilfe“, da vor Ort weder Storm noch Wasser vorhanden sind.
Aus dem Kreis waren von Sonntag bis Dienstagmorgen auch 36 Einsatzkräfte der Schnelleinsatzgruppen (SEG) aus den Bereichen Sanitätsdienst, Betreuung, Versorgung vor Ort. Das sind Katastrophenschutzeinheiten des Landkreises, die das Deutsche Rote Kreuz personell besetzt. Hinzu kamen weitere Helfer im Logistikzentrum in Friedelsheim und zur Führungsunterstützung im Leitungsstab in Mainz. Die SEG Verpflegung ist am Dienstag zur Versorgung der Bevölkerung mit neun Akteuren angefordert worden. Sie sollen für Bürger und Einsatzkräfte Essen und Trinken bereitstellen.
Gesprächsangebote nach dem Einsatz
Geregelt ist für Feuerwehrleute wie DRK-Helfer, dass sie Unterkunft und Verpflegung haben, das bestätigten Bühler und DRK-Präsident Sven Hoffmann. Bühler war am Freitag und Montag in Kreuzberg und fährt am Mittwoch und Freitag noch einmal hin. „Damit ich mir bei jeder Einheit, die vom Landkreis Bad Dürkheim vor Ort ist, ein Lagebild verschaffen kann“, erklärt der stellvertretende Kreisfeuerwehrinspekteur. Auch er nennt die Eindrücke kaum in Worte zu fassen: „Kein Bild, kein Kinofilm kann das beschreiben, was man vor Ort live und in Farbe erlebt.“
Wenn Einsatzkräfte zurückkommen, werde deshalb versucht, immer ein Mitglied der Psychosozialen Notfallversorgung dabei zu haben. „Wenn das nicht funktioniert, wird immer von mir oder dem Wehrleiter oder der Führungskraft vor Ort drauf hingewiesen, dass man rund um die Uhr anrufen kann, wenn Gesprächsbedarf besteht – auch vertraulich“, erklärt Bühler.