Deidesheim / hassloch / Lambrecht RHEINPFALZ Plus Artikel Erleichterung bei Gastronomen

Kirsten und Rüdiger Beck vom „Woibauer“ in Deidesheim bereiten die Öffnung des Hofs vor.
Kirsten und Rüdiger Beck vom »Woibauer« in Deidesheim bereiten die Öffnung des Hofs vor.

Die „Bundesnotbremse“ tritt am Samstag außer Kraft, die Anzahl der Corona-Neuinfektionen ist wieder deutlich gesunken. Dadurch sind Lockerungen möglich, auch in der Gastronomie. Doch nicht alle Wirte sind begeistert.

Am Samstag um die Mittagszeit kann’s losgehen: Die Gastronomie im Kreis Bad Dürkheim darf im Außenbereich wieder öffnen, da die Anzahl der Infektionen stabil unter hundert liegt. „Wir sind ganz aufgeregt“, sagt Rüdiger Beck, Betreiber der Gaststätte „Zum Woibauer“ in Deidesheim. Der Betrieb stehe in den Startlöchern, habe im Hof alles vorbereitet und eingekauft. Allerdings nur für Samstag und Sonntag. „Für nächste Woche ist die Wettervorhersage ja wieder ganz schlecht“, sagt Beck. Zwar sei sein Hof halb überdacht, so dass die Gäste im Trockenen sitzen könnten. Dafür müssten allerdings die Temperaturen einigermaßen mitspielen. Große Zelte, die er im vergangenen Jahr gekauft hatte, dürfe er nicht nutzen. „Ein Zelt gilt als umbauter Raum“, so Beck.

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Tests werde das Lokal nicht selbst anbieten. „Das ist aber im Rathaus möglich“, erklärt der Wirt. Er wolle nicht riskieren, im Falle eines positiven Tests wieder schließen zu müssen. Aus Hygienegründen werde es keine Speisekarten auf den Tischen geben, so Beck weiter. „Wir haben bereits große Plakate angefertigt, die die Gäste natürlich auch abfotografieren können, wenn sie wollen.“

Deidesheimer Hof schon ausgebucht

Auch auf dem Deidesheimer Marktplatz werden am Wochenende Gäste bewirtet. „Wir sind schon ausgebucht“, sagt Marie-Luise Hahn, Geschäftsführerin des Deidesheimer Hofs. Am Sonntag werde auch ein spezielles Muttertagsmenu angeboten. Endlich wieder Gäste bewirten zu können, sei großartig, schließlich lägen sieben Monate der Schließung hinter den Betrieben. Corona-Tests könnten vor Ort gemacht werden. Parallel dazu will das Restaurant aber auch sein Abhol-Angebot aufrecht erhalten. „Die Nachfrage ist sehr gut“, so Hahn.

Über die neuen Möglichkeiten sind die Deidesheimer am Donnerstag auch über die Tourist Service GmbH informiert worden. „Ich denke schon, dass einige die Chance nutzen“, sagte Geschäftsführer Stefan Wemhoener. Allerdings sei es schon eine enorme Herausforderung für die Betriebe, ein Angebot zu machen.

Lambrecht: Bürgerstube öffnet am 12. Mai

Die Bürgerstube in Lambrecht beispielsweise gehört zu den Lokalen, denen diese Herausforderung zu groß ist. Das Lokal bleibt am Wochenende noch geschlossen. „Die Aufhebung der Notbremse kam sehr kurzfristig, und etliche Fragen sind noch offen“, begründet Betreiberin Sybille Kuhn die Entscheidung. So sei beispielsweise unklar, wie Genesene nachweisen, dass sie eine Corona-Infektion überstanden haben. Oder wie die Wirte überprüfen, ob ein Gast sich tatsächlich mit der Luca-App eingeloggt hat. Außerdem: „Was ist, wenn es anfängt zu regnen? Auch dann darf ich keinen Gast in die Räume hineinlassen, auch wenn er sein Schnitzel noch nicht fertig gegessen hat“, sagt Kuhn. Dennoch wolle auch die Bürgerstube die Chance zur Öfffnung nutzen – voraussichtlich ab 12. Mai. Kuhn hofft, bis dahin schriftliche Informationen darüber zu bekommen, wie was zu regeln ist. Bis dahin werde sie an ihrem Abholservice festhalten.

Haßloch: Aumühle öffnet am Sonntag

„Happy“ darüber, dass es jetzt zumindest kleine Öffnungsschritte gibt, ist auch Lou Muzzo, Restaurantleiterin in der Gaststätte Aumühle in Haßloch. „Sieben Monate Schließung waren schon eine lange Durststrecke.“ Das Lokal öffnet am Sonntag seinen Außenbereich. Der Abholservice werde aber beibehalten, „bis alles wieder normal“ ist. Wie die Resonanz auf das neue Angebot sei, sei schwer abzuschätzen. „Es gibt sicher auch Leute, die sich nicht testen lassen wollen, nur um essen gehen zu können.“

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