Kreis Bad Duerkheim Ende mit Engeln
Nur mühsam konnten einige der Besucher die Tränen in den Augen zurückhalten: Der Ausklang der Sternstunden im großen Saal des Wachenheimer Bürgerspitals rührte am Samstag die Herzen. Engel standen im Zentrum, die Lieder drehten sich um den Frieden.
Wegen einer Krankheitswelle im Altenheim war der Abschluss der Sternstunden in diesem Jahr verschoben worden. Doch im Kirchenkreis endet Weihnachten ohnehin erst an Lichtmess. Spätestens dann werden die Krippen abgebaut. „Mögen Engel Dich begleiten in dem Jahr, das vor Dir liegt. Mögen sie Dir immer zeigen, dass Dich Gott unendlich liebt“, hieß es in einem Lied. Etwa 500 Herrnhuter Sterne hatten im Advent in den Straßen von Wachenheim geleuchtet. Zu Beginn, im Jahr 2010, waren es nur 70 Sterne. Traditionell hatte die Aktion auch in diesem Jahr unter dem Stadtmauerbaum und auf dem Marktplatz mit Posaunen- und Chormusik begonnen. Nun fand sie einen feierlichen Abschluss. „Hier sollen sich Menschen begegnen,“ sagte Bernd Brosig, der Leiter des Bürgerspitals. Etwa 40 zumeist betagte Menschen kamen zur Feier, viele mit Rollator. Es soll nicht nur schön glänzen in Wachenheim, es geht um die Botschaft von Weihnachten. Bescheiden hatte sich Bürgermeister Torsten Bechtel in die letzte Reihe gesetzt. Die Feier mit den anderen war ihm wichtig. Er sagte: „Das ist ein guter Moment innezuhalten, das neue Jahr bewusst zu beginnen.“ Schulklassen und Kindergartengruppen besuchten das Jahr über das Altenheim. Mitorganisatorin Isabel Lübke betonte: „Wir wollen mit diesen Aktionen das Miteinander fördern.“ Zwei Flüchtlinge aus Syrien verteilten an alle Anwesenden selbstgebastelte Engel aus Papier. Hassam Hito, von Beruf Schneider, und Rouida Khalaf hatten an einem Deutschkurs im Bürgerspital teilgenommen. Nun freuten sie sich, bei der Abschlussfeier der Sternstunden mit dabei zu sein. Christel Heilig vom Helferteam: „Engel spielen auch im Islam eine wichtige Rolle.“ Alexander Wendt begleitete am Piano durch die Veranstaltung und sorgte feinfühlig für die richtigen Klänge. In Episoden erinnerte Christel Heilig an Begegnungen. Da war die Geschichte vom US-Soldaten am Ende des Zweiten Weltkrieges, irgendwo in einem Pfälzer Dorf. Zwei Frauen waren verängstigt, weil es plötzlich bei ihnen klingelte und das Militär ihre Wohnung durchsuchen wollte. Lateinisch stammelten sie ängstlich: „Der Friede sei mit Dir.“ Worauf der Soldat sagte: „Und mit Deinem Geiste.“ Gästeführer Pierre Amblard las bei der Veranstaltung ein Gedicht: „Klettere über die Sterne, erst dann blickst Du über die Grenzen.“ Amblard kümmert sich um einen Garten an der Stadtmauer. Als Geschenk erhielt er einen Gutschein über „vier mal vier Stunden“ als Bezahlung für seine Gartenarbeit. Lübke betonte: „Die Senioren kommen gerne in diesen Garten. Es ist für viele so wichtig, Pflanzen zu spüren, zu fühlen, zu riechen.“ |skö