Kreis Bad Duerkheim Ein Stück Stadtgeschichte

Dieser schöne Rundbogen ist im sanierten und am Samstag eingeweihten Wachenheimer Eichhäusel zu sehen.
Dieser schöne Rundbogen ist im sanierten und am Samstag eingeweihten Wachenheimer Eichhäusel zu sehen.

Nach seiner grundlegenden Renovierung wurde am Samstag das Wachenheimer Eichhäusel an der Ecke Bahnhof- und Grabenstraße eingeweiht. Zahlreiche Gäste stießen mit einem Glas Sekt auf das Ereignis an. In dem 1896 errichteten Gebäude an der Stadtmauer wurden früher Gefäße für die Traubenernte geeicht. Rund 235.000 Euro hat die Sanierung des Eichhäusels gekostet, dazu bekam die Stadt einen Zuschuss von knapp 120.000 Euro von Bund und Land aus dem Förderprogramm historische Stadtbereiche. Bereits im Jahr 2010 habe es erste Überlegungen zur Sanierung gegeben, daran sei Burkhard Ort (Wachenheimer Liste), der Beigeordnete der Stadt, maßgeblich beteiligt gewesen, erinnerte Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU). Das Gebäude aus dem vorletzten Jahrhundert wurde vor der Sanierung als Abstellraum genutzt. Das Dach war undicht, die Wände nass und das gesamte Gebäude war in einem sehr schlechten Zustand. Stefan Schneider, Leiter der Abteilung Bauen und Natürliche Lebensgrundlagen der Verbandsgemeindeverwaltung, habe in enger Absprache mit den Denkmalbehörden erste Ideen zur Sanierung entwickelt, berichtete Bechtel. Die ursprüngliche Bestimmung des Gebäudes sei technischer Art gewesen, so Bechtel. Bei der Sanierung habe man das nicht aus den Augen verlieren wollen. Stahl wurde als Baumaterial verwendet und die Tür neu gestaltet. Eine Mulde im Boden, über die das Wasser ablief, das für den Eichvorgang verwendet worden war, wurde freigelegt und mit Glas abgedeckt. Die auf Stahlstelzen stehende Empore auf der rückwärtigen Schmalseite des Gebäudes, bekommt dank eines großen, halbkreisförmigen Oberlichtes über der Eingangstür viel Licht. Ein Lichtband beleuchtet an der Ostseite des Gebäudes, wie ein Zeitstrahl, Tafeln, auf denen die zehn wichtigsten Ereignisse der Geschichte der Stadt notiert sind. Unter der Empore steht eine sogenannte Lotte, in deren Inneren Messingnägel anzeigen, bis zu welcher Höhe der Inhalt steht. Mit der Lotte wurden vor allem die Behälter für die Weinlese geeicht. Die Wachenheimer Familie Schwinn-Selbert hat dem Heimatverein die Lotte geschenkt, der sie hergerichtet hat. Der Heimatverein sei maßgeblich für die Innenausstattung des Eichhäusels zuständig gewesen, berichtete Helmut Bremicker vom Heimatverein. Vorgesehen sei eine Vitrine, in der Fundstücke aus Wachenheim ausgestellt werden sollen. Bremicker wünschte sich dazu das Engagement „von möglichst allen Vereinen“ in Wachenheim. Die neu angelegten Rabatten vor dem Eingang und die von Fritz Grünagel gespendete Ohrenschnecke schmückten das Eichhäusel „ganz hervorragend“, betonte Bechtel. Bei Stadtführungen soll das Eichhäusel zukünftig Station sein, auch könnten hier kleinere Veranstaltungen von Vereinen sein, so Bechtel.

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