Kreis Bad Duerkheim Ein Prost auf die Wachtenburg
Das Glas fest in der Hand, gilt es die Kondition einzuteilen: Der Vormittag ist noch verregnet. Die Strecke ist noch vom Wolkenbruch in der Nacht nass. Dennoch sind die Veranstalter überzeugt, dass die Burg- und Weinmeile, die kulinarische Weinwanderung durch das Rebenmeer zum Erfolg wird. „Der Vorverkauf war besser als im Vorjahr, so dass wir mit etwa 1200 Besuchern rechnen“, berichtete gestern Morgen Willy Bohl vom Förderkreis zur Erhaltung der Ruine Wachtenburg.
Das Weinfest dient bereits in der dritten Auflage einem guten Zweck. „Genießen Sie auf einer Strecke von circa 4,5 Kilometern verschiedene Weine und kleine Köstlichkeiten dazu“, hatte bereits Werner Roßkopf, Pressewart des Fördervereins, angekündigt. Im Hof der Sektkellerei Schloss Wachenheim gilt es vorher noch einen Weinpass zu kaufen. Die Pässe sind heiß begehrt. Tanja Fitterer probiert es bei Facebook: „Hallo habe noch zwei Pässe für je 13 Euro über...!“ Nur kurz darauf fragt Verena Menge: „Wo abzuholen?“ Am Aktionstag selbst kosten die Pässe 16 Euro. Mit einem Aktionsglas und dem Pass lassen sich an zwölf Stationen Wein beziehungsweise Sekt, Apfelsaft oder Cidre probieren. „Es geht um das Probieren. Bei einer Menge von 0,05 Liter je Station kann es nur um den Geschmack gehen“, weiß Roßkopf. Immerhin vor dem Ziel im Halsgraben der Burg erwartet den Besucher auch eine Schnapsprobe. Für die Winzer der Weingüter, der Sektkellerei, des Apfelguts, und der Brennerei ist es auch so etwas wie ein Leistungsvergleich. Natürlich wird gegenseitig probiert. Dazu reichen Wachenheimer Gastronomen und befreundete Vereine kleine kulinarische Köstlichkeiten. Der Weg führt mittlerweile immer steiler hoch zur Burg. Gegen 13.30 Uhr bricht die Sonne durch. Nun ziehen die Wanderer ihre Allwetterjacken aus. Die Aussicht über die Weinberge und den Pfälzerwald entschädigt. Marissa Giosis aus Mannheim war mit ihrem Freund da: „Ich liebe Spießbraten vom Grill“, erzählte die Griechin am Ziel auf dem Berg, dem „Balkon der Pfalz.“ Die Wachtenburg Winzer empfahlen den 2015er Quantum Pfalz. Ob Gewürztraminer, Weiß- und Grauburgunder: Jeder Betrieb hatte etwas Besonderes im Angebot. Am Start bei der Sektkellerei ließ sich Familienvater Thomas Schmidt aus Ludwigshafen einen Rosésekt munden. „Herrlich, das ist zum Einstieg genau richtig“, schwärmte er. Unterwegs gab es Produkte der Weingüter Bürklin-Wolf, Blaul und Sohn, Bernhardt, Manz, Zimmermann, Krebs, Peter, Stapf und der Brennerei Räch zu verkosten. Die Einnahmen kommen zu 100 Prozent dem Förderkreis der Burg zugute. Roßkopf: „Im letzten Jahr nahmen wir Erhaltungsmaßnahmen in Höhe von 130.000 Euro vor.“ Das Geld steckt in Treppengeländern, der Sanierung von Mauern, in der Landschaftspflege. „Deshalb sind wir so froh, dass uns auch Weingüter aus Friedelsheim, Gönnheim und Ellerstadt unterstützen“, so Roßkopf. Denn die Burg sei als Wahrzeichen weithin sichtbar. (skö)