Kreis Bad Duerkheim Ein nicht mehr geheimer Geheimtipp

91-91834257.pdf

„Der Belzenickelmarkt wird jedes Jahr größer und schöner“, sind sich Anneliese und Klaus Wehl einig. Die beiden Senioren aus Mutterstadt kommen schon seit Jahren nach Bobenheim. „Der Markt ist einfach noch nicht so überlaufen wie anderswo. Zum Beispiel Deidesheim, da werden die Rentner ja sogar in Bussen hingekarrt“, so der Mutterstadter.

In der Tat hat der Markt in der Leiningerstraße einen besonderen Reiz. Nicht der Dampf von frittierten Backwaren steigt den Gästen in die Nase, sondern der feine Geruch von handgemachten Seifen, Lavendelsäckchen, frisch gebundenen Adventskränzchen sowie Glühwein und Schokolade. Es ist ein vielfältiger Markt, der außergewöhnliches Kunsthandwerk präsentiert. Seit 25 Jahren kommt Norbert Reiser aus Dossenheim schon als Beschicker auf den Markt. In traditionellen Holzfässchen bringt er heiße Fruchtweine in seine Becher und erfreut die Kundschaft mit den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen. Ob Quetsche oder Sauerkirsche, alle seine Erzeugnisse sind ohne Schwefel und Sulfide hergestellt, und darauf ist der Mann einfach stolz. Seine Freunde Roland und Matthias unterstützen ihn beim Ausschank. Die Truppe hat sichtlich Freude an ihrer Arbeit und sieht es als ihre Pflicht, dem ein oder anderen Besucher den Ausschank zu verwehren: „Wenn wir merken, dass einer betrunken ist, gibt es bei uns nichts mehr“, sind sich die drei einig. Nicht nur auf der Gasse herrscht buntes Treiben. Die Chocolaterie Stoffel hat die Hoftore geöffnet und verkauft neben Pralinen und Weihnachtsmännern heiße Getränke aus Schokolade sowie Kaffee in ihrem mit gemütlichen Sitzgelegenheiten ausgestatteten Innenhof. Liesel Kohler, eine Freundin der Familie, steht im Verkauf, und den Spaß an der Arbeit sieht man der 79-jährigen an. Doch nicht nur Geschäftstreibende, auch Vereine beteiligen sich an der Gestaltung des Marktes. Das Deutsche Jugendrotkreuz Bad Dürkheim hat unter Anleitung von Nadine Schaupp von Massow kleine Kunstwerke aus Schokolade, Keksen und Zucker gefertigt. Gerade mal zwei Euro kostet eins. Der Erlös fließt in die Finanzierung von Jugendfreizeiten. Auch die Kindertagesstätte Bobenheim am Berg beteiligt sich mit einem Stand. Finn (5) und sein Freund Roman (7) verkaufen fleißig Haferkekse und andere Leckereien, die alle Kindergartenkinder mit ihren Eltern gebacken haben. Die Eltern unterstützen den Verkauf abwechselnd in einem gut geplanten Schichtsystem, verrät eine Mutter. Ein paar Meter weiter gibt es handgemachte Seifen aus der Seifenoase von Jutta Sinz. Sie kommt seit über acht Jahren und freut sich, dass ihre Produkte hier guten Zuspruch finden. Was als Hobby anfing, ist für sie eine aufwendige Vollbeschäftigung geworden. Die Besucher kaufen vor allem ihre Zitronen-Ringelblumen- Seife, doch auch andere Stücke, die nach Rose, Schokolade und Lemongras duften, finden ihre Abnehmer. Selbst gestrickte Socken, gefilzte Kunstwerke von Karen Bastein, die den Besuchern auch spezielle Filzkurse anbietet, Sägearbeiten zu erschwinglichen Preisen von Altenpflegerin Stefanie Hörmann aus Frankenthal und viele weitere individuelle Geschenke konnten die Besucher in Bobenheim erstehen. Auch das Unterhaltungsprogramm kam gut an. Vom Triangel-Konzert über den Besuch des Belzenickels bis hin zur Musik der Blaskapelle war vieles geboten. „Es ist einfach immer wieder schön, hierher zu kommen, weil es Außergewöhnliches gibt und noch Dinge, die mit Liebe gemacht sind“, erklärt Laura Siegmund aus Grünstadt. Die dreifache Mama will eigentlich gar nicht, dass das in der Zeitung steht. Sonst sei es nächstes Jahr dann vorbei mit dem Geheimtipp „Bobenheimer Belzenickelmarkt“ ... |lso

x