Hassloch
Ein Basketballfeld ohne Wurfkorb
Im Januar hatte sich die Haßlocher CDU auf die Agenda geschrieben, sich künftig mit Nachdruck um die Spielplätze im Großdorf kümmern zu wollen: „Beschwerden, die Ausstattung und Zustand unserer Spielplätze zum Inhalt haben“, hätten sich klar verstärkt, hatte die CDU-Fraktion um ihren Vorsitzenden Daniel Mischon in einer Anfrage an den parteilosen Ersten Beigeordneten Carsten Borck mitgeteilt. Das hatte sofort eine Reaktion der SPD zur Folge: „Fast erfreut“ könne man darüber sein, dass die CDU „nun endlich auch bemerkt hat, dass es in Haßloch Spielplätze gibt und diese dringend zeitgemäß gestaltet werden müssen“, hatte SPD-Fraktionsgeschäftsführerin Beate Gabrisch gekontert.
Während die CDU derzeit Ideen für eine mögliche Neugestaltung des Spielangebots am Rathausplatz für einen Ergänzungsantrag im Bauausschuss bündelt, hat sie dieser Tage eine neue Anfrage an Dezernent Borck und an Bürgermeister Tobias Meyer (CDU) gestellt: „Wir wurden von Eltern auf den Spielplatz in Verlängerung des Scheurebenwegs angesprochen“, so Daniel Mischon. Dort zeige sich eine leere Spielfeldfläche – und dafür wollte die Fraktion nun den Grund von Baudezernent Carsten Borck erfahren.
Dessen auf RHEINPFALZ-Nachfrage bestätigte Antwort macht deutlich, wie es zu der verwaisten Fläche gekommen ist: Bei dem Pflasterbereich handle es sich um eine Fläche, die außerhalb des eigentlichen Spielplatzgeländes errichtet worden und zum Basketballspielen vorgesehen gewesen sei, erläutert stellvertretend Gemeinde-Pressesprecher Marcel Roßmann. Zuvor habe ein gespendeter Basketballkorb in einem Wohnkomplex in der Muskatellerstraße „des Öfteren zu Anwohnerbeschwerden geführt“. Roßmann führt noch weiter aus: „Das Spielen hatte einen derart hohen Schallpegel erzeugt, dass ein anderer Standort her musste.“
Aus diesem Grund habe der Fachbereich Bauen und Umwelt laut Gemeinde schon im Juli 2021 besagten Pflasterbereich neben dem vorhandenen Spielplatze geschaffen, um das Basketballspiel „nicht völlig unterbinden zu müssen, sondern einen Alternativstandort bieten zu können“. Allerdings habe der Wurfkorb auch am neuen Standort weiterhin zu Beschwerden aufgrund des Lärmpegels beim Spielen geführt und sei schon „kurz nach dem Aufstellen mutwillig zerstört worden“. Deshalb habe sich die Verwaltung nun gegen einen weiteren Ersatz entschieden.
Direkt neben der gepflasterten Fläche liegt laut Roßmann eine Grünfläche. Genauer gesagt, handle es sich dabei um eine Versickerungsmulde, die von Kindern und Jugendlichen schon seit jeher als Spielfläche genutzt werde. Roßmann fügt an: „So stehen dort beispielsweise kleine mobile Fußballtore, die von privater Seite aufgestellt und von der Gemeinde geduldet werden.“ Bei Regen oder bei „Matschwetter“ nutzten Kinder und Eltern darum inzwischen auch die gepflasterte Fläche als Fußballfeld, indem sie die mobilen Tore von der Grünfläche weg aufs Pflasterfeld stellen, so Roßmann. Außerdem diene die Fläche kleineren Kindern als Untergrund, um mit bunter Straßenkreide ihre Hüpfspiele aufzumalen.
Roßmann fasst zusammen: „Darum will die Gemeinde die Pflasterspielfläche vorerst belassen und nicht verändern.“ Sobald aber ein neuer Spielplatz im angrenzenden Neubaugebiet „Südlich der Rosenstraße Teilplan II“, in dem derzeit die Erschließungsarbeiten stattfinden, umgesetzt werde, solle dann aber ein Rückbau der Pflasterfläche geprüft werden.
Mit der „Lösung“, das ohne Korb zurückgelassene Basketballfeld einfach als freie Spielfläche zu nutzen, zeigt sich die CDU-Fraktion allerdings noch nicht zufrieden. „Einen Basketballkorb einfach nicht mehr aufzuhängen, ist zwar ein einfacher Weg, aber in unseren Augen nicht der richtige“, bewertet Fraktionsvorsitzender Mischon das bisherige Vorgehen. Vielmehr solle die Verwaltung aus Sicht der CDU-Fraktion im Scheurebenweg „einen stabilen Basketballkorb aus Metall in Verbindung mit fest installierten kleinen Toren“ errichten. So könnten Kinder und Jugendliche Basketball und Fußball spielen, während dennoch das Aufmalen von Kreidebildern möglich sei, schlägt Mischon vor.