Kreis Bad Duerkheim Durchfahrtverbot wird ignoriert

Ganz schön eng: Nicht nur Motorradfahrer rasen laut Wilfried Müller durch die Hauptstraße in Elmstein, sondern auch Lastwagen.
Ganz schön eng: Nicht nur Motorradfahrer rasen laut Wilfried Müller durch die Hauptstraße in Elmstein, sondern auch Lastwagen.

«Elmstein.» Anwohner der Talstraße in Appenthal und der Hauptstraße in Elmstein würden doppelt durch Lärm gequält, berichtet Wilfried Müller, der in der Talstraße wohnt. Vor allem freitagnachmittags und am Wochenende bretterten Motorradfahrer mit hoher Geschwindigkeit durch den Ort.

„Es gibt Motorradfahrer, die anständig fahren, aber leider sind die in der Minderheit“, sagt Wilfried Müller. Viele rasten viel zu schnell durch den Ort. Biker, die in Richtung Neustadt unterwegs seien, würden schon in Appenthal aufdrehen. Das verursache nicht nur Lärm, sondern sei gefährlich für Fußgänger und Radfahrer. Zwischen Appenthal und Elmstein sei das Problem dasselbe. Besonders viele rasende Motorradfahrer seien freitagnachmittags und an den Wochenenden unterwegs, so Müller. Das, obwohl die Landesstraße 499, zu der die Tal- und die Hauptstraße gehören, von 1. April bis 31. Oktober an Wochenenden und Feiertagen für Motorradfahrer gesperrt ist. Viele würden dieses Verbot nicht beachten, sagt Müller. Das bestätigt Ortsbürgermeister Stefan Herter (SWG). Die Polizei müsse öfter kontrollieren, fordert Müller. Neunmal habe sie im vergangenen Jahr das Durchfahrtsverbot kontrolliert, teilt Dierk Siegfried, Sprecher der Polizeiinspektion Neustadt, auf Anfrage mit. Dabei seien 63 Verstöße gegen das Durchfahrtverbot festgestellt worden. 20 Euro Bußgeld kostet es, wenn ein Motorradfahrer erwischt wird. „Das ist viel zu wenig“, sagen Müller und Herter. „Die ziehen die 20 Euro aus der Jackentasche, sagen bitte schön und fahren weiter“, so Müller. Er plädiert dafür, das Durchfahrtsverbot auf Freitagnachmittage auszuweiten. Bei der Kreisverwaltung Bad Dürkheim, die für das Verbot zuständig ist, seien keine entsprechenden Forderungen bekannt, sagt Arno Fickus, Sprecher der Kreisverwaltung, auf Anfrage. Bevor 1994 die Streckensperrung erstmals in Kraft trat, seien die meisten Unfälle mit Motorradfahrern auf der L 499 an Wochenenden und Feiertagen gewesen, deshalb sei die Sperrung auf diese Tage beschränkt worden. Ein weiteres Problem für die Anwohner der Landesstraße seien sehr große Lkw aus osteuropäischen Ländern, so Müller. „Das ist ganz extrem“, bestätigt Herter. Beide vermuten, dass die osteuropäischen Lkw-Fahrer über die L 499 fahren, um die Autobahnmaut zu sparen. Müller habe an den Landesbetrieb Mobilität und das Verkehrsministerium geschrieben, aber keine Antwort bekommen. Auch an den Bürgerbeauftragten habe er sich gewandt. Der habe mitgeteilt, dass er nicht zuständig sei.

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