Nachklapp
Drei, zwei, eins ...
Die alten Rittersleut’ haben Feierabend: Nach 35 Jahren in der Burg Falkenstein müssen sie Nachmietern Platz machen. Die beliebte Attraktion im Holiday Park wird komplett umgebaut, und 2024 sollen die Schlümpfe dort einziehen, wo bis vor wenigen Tagen Ritter, Gaukler, Könige, Knappen und Prinzessinnen nebst Hofstaat, Gesinde und allerlei tierischen Bewohnern, darunter ein feuerspeiender Drache, in den düsteren Gemächern der Kult-Geisterbahn lebten.
Damit die kleinen blauen Gesellen mit den weißen Zipfelmützen das künftige Schlumpfland beziehen können, müssen jetzt also der Burgherr und seine Entourage raus. Die ganze bunte Gesellschaft hätte buchstäblich auf der Straße gestanden, denn auf dem Immobilienmarkt werden seit dem Ende des Mittelalters nur äußerst selten Burgen angeboten, die neuer Wohnsitz derer von Falkenstein und ihres Gefolges hätten werden können.
Bevor nun aber die phantasievoll gestalteten Figuren am Ende ganz unromantisch hätten entsorgt werden müssen, hat sich der Holiday Park für eine Versteigerung der Protagonisten der Burg Falkenstein und vieler Einrichtungsgegenstände entschieden. Liebhaber können noch bis Sonntagabend, 20 Uhr, auf der Seite www.burgfalkenstein.holidaypark.de mitbieten. Der Blick auf den aktuellen Stand der Gebote lässt einen hohen fünfstelligen Erlös erwarten, der einem guten Zweck zufließen soll.
Nur eine der 117 Positionen liegt noch beim Startgebot 100 Euro: Ladenhüter ist eine Keramikschüssel, der man im Gegensatz zu fast allen Gegenständen ihre Herkunft nicht ansieht. Ansonsten gehen viele Gebote durch die Decke. Schon eine wirklich sehr kleine Maus liegt aktuell bei 300 Euro. Nicht verwunderlich ist es, dass ein spärlich bekleidetes Burgfräulein mit 1120 Euro – Tendenz steigend – das Tableau anführt. Dafür könnte man auch drei, zwei, eins ... einen König (400 Euro), ein Skelett (400 Euro) und einen Ritter (320 Euro) auf einen Streich bekommen. Aber „Brunhilde“ macht sich wohl besser im Partykeller.