Kreis Bad Duerkheim Die Rappen muss er weniger putzen

Heute startet die Sausenheimer Weinkerwe. Aller Unkenrufe zum Trotz wird es auch in diesem Jahr eine Kutschenparade geben. Nachdem der Initiator, Metzgermeister Fritz Eckel, im Januar aus gesundheitlichen Gründen sein 116 Jahre altes Geschäft aufgeben musste, hat so mancher geglaubt, er werde sich auch aus der Mit-Organisation des Festumzugs zurückziehen. Weit gefehlt!
Ihm gehe es zwar nicht sehr gut, so der knapp 75-Jährige. Andererseits sei die Parade jedes Mal eine tolle Gelegenheit, mit Freunden und Gleichgesinnten zusammen zu sein, „und das macht trotz aller Anstrengungen Spaß“. Als Attraktionen der Parade 2014, die mit etwa 20 Gespannen den bunten Kerweumzug bereichern wird, nennt Eckel eine seltene Kutsche aus Falkenstein im Donnersbergkreis, die von Französischen Großeseln gezogen wird. Vor etwa 15 Jahren habe sie schon einmal in Sausenheim, dessen Einwohner ja bekanntlich den Uz-Namen „Esel“ tragen, bewundert werden können. Mit dabei ist – wie 2011 schon einmal – eine echte Postkutsche aus dem 18. Jahrhundert, die ein Tiefbauunternehmer im Ruhestand aus Erlenbach bei Kaiserslautern restauriert hat. „Sie wird von zwei Noriker-Hengsten gezogen“, erzählt Eckel. Bei einem Vierspänner aus der Nähe von Otterberg steckten die Süddeutschen Kaltblüter in einem sehenswerten Prunkgeschirr mit Messingbeschlägen. Ein besonderer Hingucker dürfte auch wieder die Kutsche sein, vor der sechs schwarze und langmähnige Friesen gespannt sind. Eckel selbst lässt seine Viktoriakutsche von zwei Rappen ziehen. „Früher hatte ich Schimmel, aber die musste ich einen ganzen Tag lang putzen“, erläutert schmunzelnd der Pferdenarr. (abf)