Gönnheim
Die Gemeinde feiert das 1250-jährige Bestehen mit einem Festakt
Die Menschen im Festsaal des TV Gönnheim schienen es am Samstagabend zu genießen, nach zwei Jahren mit pandemiebedingten Kontaktsperren endlich gemeinsam den Auftakt für „1250 Jahre Gönnheim“ feiern zu dürfen – obwohl das eigentliche Jubiläumsjahr 2021 war.
Im vorigen Jahr habe man es vorgezogen, auf den Festakt zu verzichten, erinnerte Ortsbürgermeister Wolfram Meinhardt (FWG). Gönnheim sei im Vergleich zum Dorfjubiläum vor 50 Jahren nun auf eine Gemeinde mit 1600 Einwohnern und etlichen Institutionen angewachsen. Die zwei Sporthallen, die Gemeindebibliothek, die Bürgerstiftung, Wein- und Kulturtage zeugten von einem „sehr aktiven Vereinsleben“, erklärte er und dankte den beiden Hauptorganisatorinnen des Festabends – Rosmarie Holderried und Heike Ditrich –, die mit dem nötigen Druck dafür gesorgt hätten, dass dieser zustande kam. Und so machten zur Sicherheit der Besucher die Weinprinzessinnen Sophie Bielmeier (Friedelsheim-Gönnheim) und Alina Hoffmann (Ellerstadt) einen für sie möglicherweise ungewohnten Job: Sie kontrollierten die Impfausweise.
Redaktionsteam stemmt Festschrift
Viel Arbeit investierte ein Redaktionsteam – mit den Akteuren Robert Blaul, Rolf Deckert, John Korec, Helmut Meinhardt, Walter Meinhardt und Wolfram Meinhardt – in die 370 Seiten starke Festschrift zum besonderen Dorfjubiläum (771 bis 2021), die den Titel „Gönnheim im Wandel der Zeit“ trägt. Der für Grafik und Satz verantwortliche Gernot Haida stellte sie vor.
Zu Gründungszeiten des Dorfes hätten Menschen den Schwabenbach als Lebensgrundlage für sich entdeckt und sich an ihm niedergelassen, erklärte Meinhardt, Namensgeber „Ginno“ begleite durch das Jubiläum. Als charakteristisch für Gönnheim bezeichnete der Ortschef das bürgerschaftliche Engagement.
Unikat in limitierter Auflage
Meinhardt erinnerte an das bei Ausgrabungen im Osten des Dorfs gefundene und an einen Vorläufer des Pfälzer Dubbeglases erinnernde „Nubbeglas“: ein Unikat, das eigens in einer limitierten Auflage für das Jubiläumsjahr reproduziert wurde. Es ist die Nachbildung eines spätrömischen Glasgefäßes, einem Fundstück aus einem römischen Gräberfeld.
Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU) nannte Gönnheim eine prosperierende und für den Landkreis wichtige Gemeinde. Begünstigt durch eine gute Verkehrsanbindung und ausgestattet mit guten Weinlagen, Obst- und Gemüsefeldern, habe „Gönnheim noch nie so gut dagestanden wie heute“. Der Ort habe ganz viele einzigartige Dinge, die es zu bewahren gelte, so der Landrat.
Die Laudatio des jungen Bürgermeisters der Partnergemeinde Marktl am Inn, Benedikt Dittmann, war humorvoll. Seine Delegation hatte einen Lindenbaum als Geschenk mitgebracht. Sie soll auf dem Marktler Platz stehen. Eine gute Nachricht überbrachte der Staatssekretär des Inneren, Randolf Stich: Das Wine-Street-Art-Festival wird auch 2022 Bestandteil des rheinland-pfälzischen Kultursommers sein. Und in ihrem Vortrag „Lebenswelten im 8. Jahrhundert in unserer Region“ ließ die Direktorin des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Sabine Klapp, die Zeit der Gründung Gönnheims vor dem inneren Auge ihrer Zuhörer entstehen.
Musikalisch gestalteten Angelina Luig, die Geschwister Amelie und Helena Knauff (Blockflöte), Isabella und Maximilian Hafner (Querflöte) und Katharina Müller an der Harfe den Abend gemeinsam mit dem Posaunenchor Friedelsheim-Gönnheim.