Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Die Entscheidung

Hoher Sanierungsbedarf: der 1990 eröffnete Haßlocher Badepark.
Hoher Sanierungsbedarf: der 1990 eröffnete Haßlocher Badepark.

Nach jahrelanger Hängepartie ist endlich eine Entscheidung zur Zukunft des Haßlocher Badeparks gefallen.

Endlich! Fast ist der Beobachter geneigt, zweitrangig zu nennen, was im Gemeinderat beschlossen wurde. Hauptsache, endlich ist eine Entscheidung zur Zukunft des Badeparks gefallen. Nach einer jahrelangen Hängepartie mit unzähligen Diskussionen, Varianten und wieder verworfenen Planungen wurde es höchste Zeit: Hopp oder top.

Nun also doch der Neubau. Mindestens 20 Millionen Euro müssen in die Hand genommen werden. Ob sich die Gemeinde übernimmt oder sich die Investition am Ende rechnen wird, kann guten Gewissens heute niemand voraussagen. Klar ist aber: Schon eine Sanierung des bestehenden Badeparks würde die Hälfte dieser Summe verschlingen.

Nicht respektiert wird der Wille der Bürger, die 2020 einen Neubau mit deutlicher Mehrheit abgelehnt hatten. Statt damals schon eine Entscheidung zu treffen, wurde die Verantwortung bei den Bürgern abgeladen. Motto: Wir können nichts dazu, Ihr wolltet es ja so! Wo aber liegt der Sinn einer Einwohnerbefragung, wenn das Votum der Bürger am Ende doch nicht umgesetzt wird? Verstärkt wird damit nur der Vertrauensverlust in „die Politik“: Die machen ja doch nur, was sie wollen ...

Dass die Entscheidung für einen Neubau nicht schon 2020 fiel, hatte seinen Grund: Die CDU, die diese Lösung eigentlich favorisierte, wollte kurz nach dem Start des Dreierbündnisses keinen Koalitionskrach insbesondere mit den Grünen riskieren. Das Umschwenken vom Mittwoch zeigt, dass sich die CDU innerhalb der Koalition emanzipiert hat. Für das Bündnis dürfte das Auseinanderdriften in einer wichtigen Frage aber eine erhebliche Belastung sein. Ausgang ungewiss.

Zumindest beim Badepark hat sich am Mittwoch eine ungewöhnliche „Koalition“ zusammengefunden. Beschämend, wie der Grüne Julian Gerz fand, war es dennoch nicht, dass CDU und SPD mit der AfD stimmten. In Sachfragen ist es nicht zu verhindern, auch einmal die gleiche Meinung wie die Rechtsaußen-Partei zu vertreten.

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