Kreis Bad Duerkheim Detaillierte Planung verlangt
„Es ist noch nicht so weit, dass ein Drogeriemarkt kommt. Wir haben nur die Möglichkeit dazu geschaffen.“ Mit diesen Worten versucht Stadtbürgermeister Manfred Dörr, die „Euphorie“ zu dämpfen, die er wegen der möglichen Ansiedlung eines Drogeriemarktes in Deidesheim schon habe feststellen können – vor allem beim weiblichen Teil der Bevölkerung.
Der Stadtrat hat jedenfalls dem Bauantrag zur Umnutzung des leerstehenden Marktes an der Appengasse zugestimmt. Die Bauherren beabsichtigen, den ehemaligen Penny-Markt umzubauen, damit er als Drogeriemarkt genutzt werden kann. Der Markt war von der Kette Penny als erster Discounter in Deidesheim eröffnet worden. Penny hatte den Markt aber Ende 2015 geschlossen, und seitdem steht er leer. Laut dem Bauantrag sind einige interne Umbaumaßnahmen vorgesehen, die sich auch auf die Fassade auswirken. Dagegen hatten die Stadtratsmitglieder nichts. Auch die Verwaltung hatte keine Bedenken. Denn, so hat sie festgestellt, die Umbaumaßnahmen entsprechen den Festsetzungen des bestehenden Bebauungsplans. Was die Ratsmitglieder bei der jüngsten Sitzung beschäftigte, war allerdings die Verkehrssituation. Zusätzlich zur Ein- und Ausfahrt nördlich des Markts möchten die Betreiber nämlich eine weitere Einfahrtmöglichkeit als Rampe auf das Gelände im Südwesten des Grundstücks von der Appengasse aus haben. Dazu wäre auch eine neue Linksabbiegerspur auf der Appengasse vorgesehen. Dass deswegen die derzeitige Überquerungshilfe mit Fußgängerampel verlegt werden müsste, wäre aus Sicht Dörrs „kein Beinbruch“. Dies würde die Möglichkeit schaffen, für Fußgänger an der Appengasse beim Überqueren eine direktere Verbindung von Deidesheim-Ost und Innenstadt zu bekommen. Bevor die Stadt der weiteren Zufahrt zustimmt, möchte sie allerdings eine detaillierten Straßenbauplanung sehen, die mit allen betroffene Behörden abgestimmt ist. Außerdem müssten die Bauherren dafür auch die Kosten übernehmen. Um dieses zu sichern, soll ein städtebaulicher Vertrag zwischen der Stadt und dem Bauherrn geschlossen werden. Darauf, das die derzeitige Erschließung des Marktes nicht optimal sei, wies Bernd Otte (FWG) hin. Günter Dörr (FWG) möchte, dass zwischen dem Kindergarten St. Hildegard und der Straße genügend Abstand bleibt. Momentan ist dort ein Grünstreifen vorhanden. Herbert Latz-Weber (Grüne) sprach die steile Rampe an: Es seien Schäden zu befürchten, wenn sie direkt auf die Ecke des Gebäudes zuführe. Am besten wäre die Erschließung mit einem Kreisel in den Bereich, sagte Günter Dörr. Schließlich werde das Verlegen von Überquerungshilfe und Ampel auch viel Geld kosten, Manfred Dörr wies darauf hin, dass dafür dann die Stadt die Kosten übernehmen müsste: „Die Appengasse gehört uns.“ Auch wäre eine Zustimmung der Bahn nötig. In der Nähe befindet sich der Bahnübergang, der von der Appengasse aus Richtung Stadtmitte führt. Bei geschlossener Schranke kann es zu Staus in der Appengasse kommen. |ff