Kreis Bad Duerkheim Der Master der Brötchen sagt Goodbye

Ulrich Paschke mit Frau Nathalie und Tochter Malaika: Die kleine Familie ist auch auf der Abschieds-Torte (links unten) zu finde
Ulrich Paschke mit Frau Nathalie und Tochter Malaika: Die kleine Familie ist auch auf der Abschieds-Torte (links unten) zu finden.

Ulrich Paschke war dafür verantwortlich, dass die amerikanischen Soldaten und ihre Familien in ganz Europa und im Mittleren Osten mit Backwaren versorgt werden, die so schmecken, wie sie es aus den USA gewohnt ist. Jüngst ist der General Manager des Grünstadter Army & Air Force Exchange Service (Aafes) in den Ruhestand verabschiedet worden.

Ulrich Paschke ist diese Woche 63 Jahre alt geworden, 19 davon war er als Dienststellenleiter für das Grünstadter Aafes-Depot zuständig. Es waren schöne Jahre, sagt Paschke bei seiner Verabschiedung. Die 250 Mitarbeiter in der Aafes-Bäckerei backen über 200 verschiedene Brot- und Backwaren, die zu den amerikanischen Soldaten geliefert werden, die in Deutschland, England, Belgien, den Niederlanden, Italien, auf dem Balkan und im Mittleren Osten stationiert sind. Für die Soldaten sind diese Backwaren ein Stückchen Heimat – so beschreibt es Jason Rosenberg, Senior Vice President der Aafes (Sembach): „A taste of home.“ Denn das Brot oder die Donuts, die von Grünstadt aus frisch oder gefroren in die Militärbasen gebracht werden, schmecken wie daheim, weil die Bäckerei die Rechte und Rezepte für das Backen bekannter Produkte hat – ein Beispiel: Krispy Kreme Doughnuts. Das Schwierigste in den vergangenen Jahren sei der Personalabbau gewesen, berichtet Paschke, rund 40 Stellen fielen weg. Einschneidend sei auch die Auswirkung der Rinderkrankheit BSE gewesen: Als Folge musste die Fleischverarbeitung in Grünstadt geschlossen werden. „Die Fleischfabrik musste zumachen. Das europäische Rindfleisch konnte nicht mehr genommen werden“, erinnert sich Paschke im RHEINPFALZ-Gespräch. Das hatte auch positive Auswirkungen: „Das hat uns die Chance eröffnet, dass wir 2003 eine neue Wasserabfüllung einrichten konnten.“ Dort wird Tafelwasser abgefüllt. Der Chef des Depots lobt die Beschäftigten: „Das sind langjährige Mitarbeiter. Leute, die wissen, was sie tun.“ Paschke, der aus Bremerhaven stammt, war in seiner Heimatstadt, in Stuttgart, Mainz-Kastel und schließlich in Grünstadt tätig, insgesamt hat er 40 Jahre lang für die Versorgung amerikanischer Soldatenfamilien gearbeitet. Der Dienststellenleiter hat großen Respekt genossen. Das ist in den Ansprachen und den schriftlichen Grußworten der Weggefährten aus aller Welt, die von Mitarbeitern vorgelesen werden, deutlich zu hören. Er sei ein „professioneller Manager und ein freundlicher Mensch“, heißt es in einer der Würdigungen. Ihm folgt Donald Henson. Grünstadts Bürgermeister Klaus Wagner (CDU) geht auf die Bedeutung von Aafes als Arbeitgeber ein: „Das Depot ist einer der größten und beliebtesten Arbeitgeber der Stadt.“ Auch wenn die deutsch-amerikanischen Beziehungen auf der politischen Ebene zur Zeit nicht eben gut seien, sei in Grünstadt davon nichts zu spüren. Er sei mit dem 1953 eröffneten Depot, in dem schon bis zu 1200 Mitarbeiter tätig waren, groß geworden, sagt Wagner: „Ich kenne Grünstadt nicht ohne die Amerikaner.“ Einen ruhigen Ruhestand wird Ulrich Paschke vorerst nicht haben: Er ist nämlich Vater einer kleinen Tochter. Zitiert „Ich habe noch nie eine so saubere Bäckerei gesehen“: Das habe ein Amerikaner aus dem Donut-Business nach einem Besuch in Grünstadt gesagt, heißt es in einer der Ansprachen.

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