Deidesheim RHEINPFALZ Plus Artikel Deidesheimer Starkoch nach Verlust des Michelin-Sterns auf der Suche nach Schwächen

Französische Küche, kombiniert mit regionalen Aspekten: das ist das Konzept des Schwarzen Hahns.
Französische Küche, kombiniert mit regionalen Aspekten: das ist das Konzept des Schwarzen Hahns.

Zum ersten Mal seit 30 Jahren hat der Deidesheimer Hof keinen Michelin-Stern mehr. Woran lag es? Küchenchef Stefan Neugebauer analysiert zurzeit zusammen mit seinem Team die Lage. Von anderer Seite bekommt er durchaus aber auch Zustimmung.

„Die Entscheidung ist für uns schon bitter. Keine Frage“, sagt Stefan Neugebauer. Der Küchenchef, der seit 2004 im Deidesheimer Hof kocht, hatte die Entscheidung der Michelin-Redaktion im Livestream auf Facebook mitverfolgt und war danach etwas enttäuscht. Auch deshalb, weil er gerade in den vergangenen Wochen und Monaten mit dem Engagement und der Kreativität seines Teams hochzufrieden war. „Die Jungs haben einen ganz tollen Job gemacht“, sagt Neugebauer.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via YouTube.

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Michelin-Stern seit 1990

Erstmals nach Deidesheim geholt hat den Michelin-Stern Manfred Schwarz im Jahr 1990. Große Bekanntheit erlangte das Restaurant nicht zuletzt durch die Besuche des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl. Dieser ließ hier seine internationalen Staatsgäste bewirten, darunter den sowjetischen Präsident Michail Gorbatschow, den russischen Präsident Boris Jelzin und die britische Königin Elisabeth II. „Wir werden jetzt unseren Kopf nicht in den Sand stecken, sondern wir werden genauso leidenschaftlich unsere Arbeit fortsetzen und alles daransetzen, dass wir wieder zum Kreis der Sterne-Restaurants zählen“, sagt Neugebauer. Im RHEINPFALZ-Gespräch wirkt er dennoch nachdenklich.

Er analysiert, sucht nach Schwächen, nach Gründen, weshalb die Tester ihm und seinem Team diesmal nicht die Bewertung zuteil kommen ließen, um weiterhin zum erlauchten Kreis der Sterne-Häuser gehören zu dürfen. „Wir werden uns im Team zusammensetzen und überlegen, was wir besser machen können“, erklärt der Koch. Auch wolle man die Kooperation mit der Michelin-Redaktion suchen, um sich weiter zu verbessern.

Weiter „besonderes Gourmeterlebnis“

„Es wird weitergehen, und wir werden alles daran setzen, um den Gästen im Schwarzen Hahn weiterhin ein besonderes Gourmeterlebnis zu bieten“, versprach der Küchenchef. An der bewährten Philosophie, die französische Küche mit regionalen Aspekten zu kombinieren, werde sich nichts ändern. Neugebauer fühlt sich auch durch zahlreiche Erwähnungen in anderen Restaurant-Führern, in denen sein Team Höchstnoten erhielt, bestätigt. Erst in den letzten Tagen wurde der Schwarze Hahn vom Restaurantführer Gusto zum Restaurant der Woche auserkoren. So schreiben deren Tester: „Der Attraktivität der Küche kann die nun schlankere, puristischere und dadurch irgendwie auch zeitgemäße Linie nichts anhaben. Eher im Gegenteil. Wir fanden die meist klarer auf das Wesentliche reduzierten Kreationen allesamt äußert gelungen.“

Neugestaltung im vergangenen Jahr

Ganz zur Freude von Küchenchef Neugebauer und seinem Team. Noch im vergangenen Jahr hatte das Restaurant nach einer umfangreichen Neugestaltung auch sein Angebot bei den Speisen erweitert. Jetzt gehören beispielsweise auch Gerichte à la carte zum Portfolio. „Wir wollten ein Gesamtkonzept, das in die Zeit passt und zusätzlich auch noch jüngere Gäste anspricht“, erklärte Neugebauer.

Nach Ansicht des leitenden Mitarbeiters des von der Familie Hahn geführten Hauses hat dieser Schritt für eine bessere Auslastung des Restaurants gesorgt. „Wir sind mit dem Neuanfang sehr zufrieden“, so Neugebauer, der überzeugt ist, dass sein Küchenteam es schaffen wird, wieder mit einem Stern das Restaurant zum Leuchten zu bringen.

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