Kreis Bad Duerkheim Das Auto mal zu Hause lassen

21.700 Tonnen CO2-Emissionen sind der VG Wachenheim 2016 durch Fahrzeuge entstanden. Ziel des Klimaschutzkonzeptes ist es, Energ
21.700 Tonnen CO2-Emissionen sind der VG Wachenheim 2016 durch Fahrzeuge entstanden. Ziel des Klimaschutzkonzeptes ist es, Energie zu sparen und Emissionen zu senken.

Wie kann die VG Wachenheim klimafreundlicher werden? Das war die zentrale Frage bei einem Bürgerforum am Donnerstagabend in der Friedelsheimer Schwabenbachhalle. Zum Klimaschutzkonzept, das die VG derzeit erstellen lässt, konnten die Bürger ihre Ideen einbringen.

Zur Bürgerbeteiligung waren rund 25 Leute nach Friedelsheim gekommen. Überwiegend waren es Vertreter der politischen Gremien und solche, die sich ohnehin mit Erneuerbaren Energien und Umweltschutz auseinandersetzen. Einer davon war Wolfgang Bülow aus Ellerstadt. Er ist schon seit rund zwölf Jahren mit der Gruppe „Der grüne Gockel“ im kirchlichen Umweltmanagement aktiv. Die Technik der Protestantischen Liegenschaften, wie Kirche oder Kita, werden von ihm und seinen Mitstreitern ständig kontrolliert und instand gehalten. Ein ganz praktisches Projekt verfolgt die Gruppe derzeit: Die 27 Kita-Erzieherinnen sollen künftig mit dem Rad zur Arbeit zu kommen. Davon habe man aber noch nicht alle überzeugen können, so Bülow. Derzeit überlege die Gruppe, wie man Anreize für die Erzieherinnen schaffen kann. Damit die Bürger der VG auch mal auf das Auto verzichten und stattdessen aufs Rad steigen, sei ein besseres Radwegenetz in der VG notwendig, fanden einige Teilnehmer. Weiter in der Kritik steht die neue Taktung der Rhein-Haardtbahn. Weil die stündliche Expressbahn nicht in allen Gemeinden hält, hat sich für einige die Taktung verschlechtert statt verbessert. Mobilität war aber nicht das einzige Thema. Über Wärme diskutierte unter anderem Friedelsheims Bürgermeister Peter Fleischer (FWG). Seine Idee: ein Blockheizkraftwerk für Feuerwehr, Schule und Kindergarten zwischen Friedelsheim und Gönnheim. Fleischer regte außerdem an, über Fernwärme von der Deponie nachzudenken. Thilo Koch vom Institut Wohnen und Umwelt (IWU), das die VG gemeinsam mit dem Büro „E-Eff“ bei der Erstellung des Klimaschutzkonzepts unterstützt, fürchtete bei dieser Idee um die Versorgungssicherheit, weil die Wärme nachlasse. Das höre er nun wiederum seit Jahren, so Fleischer, eingetroffen sei es aber noch nicht. Über mögliche Konflikte mit dem Denkmalschutz sorgen sich die VG-Bewohner, wenn es um die private und öffentliche Gebäudesanierung geht. Hier müsse zudem besser über Fördermöglichkeiten informiert werden. Durchweg positiv eingestellt waren die Teilnehmer Photovoltaikanlagen gegenüber, viele berichteten von eigenen Erfahrungen. Im September wollen E-Eff und das Institut Wohnen und Umwelt in einer weiteren öffentlichen Veranstaltung einen Maßnahmenkatalog vorstellen. Das Projekt Klimaschutzkonzept läuft noch bis Oktober. Um die Maßnahmen auch durchzusetzen, kann die Verbandsgemeinde einen Klimaschutzmanager einstellen, der mit 65 Prozent vom Land gefördert wird.

x