KREIS DÜW / maikammer RHEINPFALZ Plus Artikel Corona-Krise: Viele Verwaltungen bald im Schichtdienst

In Haßloch arbeiten einige Rathausangestellte bereits von zu Hause aus.
In Haßloch arbeiten einige Rathausangestellte bereits von zu Hause aus.

Weil sich der Wachenheimer Verbandsbürgermeister Torsten Bechtel (CDU) mit dem Coronavirus infiziert hat, ist die dortige Verwaltung geschlossen. Damit das in Haßloch sowie in den Verbandsgemeinden Deidesheim, Maikammer und Wachenheim nicht passiert, wird dort weitgehend im Schichtbetrieb gearbeitet. In Haßloch sind einige Mitarbeiter im Homeoffice.

Einige Mitarbeiter der Haßlocher Verwaltung seien „in Heimarbeit geschickt“ worden, teilt Pressesprecher Marcel Roßmann mit. „Es ist angedacht, die Heimarbeit in den nächsten Tagen weiter auszudehnen“, führt er aus. Sollte es in der Verwaltung einen Infektionsfall geben und sollten deshalb die dort tätigen Mitarbeiter in Quarantäne geschickt werden, würden die Mitarbeiter, die derzeit im Homeoffice seien, übernehmen, erklärt Roßmann. So sei sichergestellt, dass im Ernstfall wichtige Bereiche wie EDV, Standesamt, Zahlungsverkehr und Ordnungsverwaltung weiterliefen.

Nach Angaben des Pressesprechers wurden innerhalb der Verwaltung Vorsorgemaßnahmen getroffen. Besprechungen und Rücksprachen erfolgten weitgehend telefonisch oder per Mail. Wenn ein persönlicher Kontakt erforderlich sei, werde ein großer Sicherheitsabstand eingehalten. Mitarbeiter, die in einem der Corona-Risikogebiete waren, seien in freiwilliger häuslicher Quarantäne. Und wer zu einer Risikogruppe gehöre, habe mit seinem Hausarzt abgesprochen, ob er arbeiten darf, informiert Roßmann.

Wechsel alle 14 Tage

„Von den wichtigsten Mitarbeitern der einzelnen Abteilungen arbeitet ein Teil 14 Tage in der Verwaltung, dann vierzehn Tage von zu Hause aus und der andere Teil genau umgekehrt“, erklärt der Lambrechter Verbandsbürgermeister Manfred Kirr das Schichtmodell der Verwaltung. Dies betreffe die Abteilungsleiter und ihre Vertreter sowie Sachbearbeiter in den Bereichen, die unbedingt weiterlaufen müssten wie das Standesamt. Wichtig sei auch, dass sich in allen Bereichen jemand vor Ort befinde, der unterschriftsberechtigt sei, erklärt Kirr.

„Wer zu Hause ist, arbeitet auch“, betont Kirr. Soweit möglich im Homeoffice, was aber, unter anderem wegen den teils schlechten Internetgeschwindigkeiten in der Verbandsgemeinde, nur bei wenigen Mitarbeitern praktikabel sei. Die anderen arbeiten mit Hilfe von Telefon und E-Mail.

Ein Problem mit Paaren

Einige Mitarbeiter sind nicht in das Schichtsystem eingebunden, darunter Kirr. „Der Kapitän geht als Letzter von Bord“, sagt er. Wenn ein Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet werde, sollten alle Kollegen, die in der Verwaltung arbeiteten, nach Hause geschickt werden. Die Schicht, die in dieser Zeit zu Hause sei, übernehme dann den Betrieb. „Vorher wird die Verwaltung ein Tag geschlossen und von einer Fachfirma alles desinfiziert, das haben wir schon geregelt“, erklärt der Verbandsbürgermeister.

Bei der Einteilung, wer in der Verwaltung arbeitet und wer zuhause, standen Kirr und sein Büroleiter Jürgen Keller vor einem Problem. Unter den etwa 55 Mitarbeitern der Verwaltung gibt es viele Paare, teils verheiratet, teils verlobt. „Das Ganze ergibt natürlich nur Sinn, wenn Paare zur gleichen Zeit von zu Hause arbeiten. Es war nicht ganz einfach zu organisieren, dass die einzelnen Paare in die gleiche Schicht eingeteilt werden und die wichtigen Stellen trotzdem besetzt sind“, verrät Kirr.

Krankenstand als Hemmnis

„Wir waren diese Woche dadurch, dass einige Mitarbeiter andere Krankheiten als das Coronavirus haben und mehrere Mitarbeiter zur Betreuung ihrer Kinder frei hatten, stark ausgedünnt“, berichtet Peter Lubenau (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Deidesheim. Deshalb sei ein Schichtdienst nicht möglich gewesen. Es sei aber geplant, dass ab Montag in den Abteilungen, die ausreichend besetzt sind, die Mitarbeiter sich in einem vierzehntägigen Rhythmus abwechseln. „Ein Wechsel in einem kürzeren Rhythmus ergibt keinen Sinn, da die Inkubationszeit bis zu vierzehn Tagen beträgt“, sagt Lubenau.

Beim Wasserwerk der Verbandsgemeinde Maikammer „ist ein Kollege schon in Telearbeit, so dass im Ernstfall getauscht werden kann und das Wasserwerk durchgehend in Betrieb bleiben kann“, berichtet Verbandsbürgermeisterin Gabriele Flach (CDU). Die Verwaltung sei diese Woche sehr dünn besetzt gewesen, so dass ein Schichtbetrieb nicht möglich gewesen sei. Der sei aber ab nächster Woche geplant. Vorgesehen sei, dass sich die Mitarbeiter jeweils im Rhythmus von zwei bis drei Tagen abwechseln.

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