Kreis Bad Duerkheim Chaos am Hambacher Schloss
„Wir wollen auf keinen Fall, dass die Stimmung kippt und das Schloss quasi als Feind betrachtet wird.“ Gerda Bolz (CDU), Ortsvorsteherin von Hambach, und Pascal Bender (SPD), als einer ihrer Stellvertreter für Verkehrsfragen zuständig, wissen aber: Wenn sich nicht endlich etwas tut in Sachen Verkehrskonzept und Parkplätze, könnten die kritischen Stimmen im Ortsteil immer lauter werden.
Eine Million Besucher seit 2008: Das war eine der guten Botschaften der Stiftung Hambacher Schloss im vergangenen Jahr. Ein Zuspruch, der auch Bolz und Bender freut – mit Einschränkung: Jeder Schlossgast müsse ja irgendwie nach oben und wieder herab kommen und damit durch Hambach. „Das ist Segen und Fluch zugleich“, bringt es die Ortsvorsteherin auf den Punkt. Schon viel zu lange fordere der Ortsbeirat Stadt und Stiftung dazu auf, für Entlastung zu sorgen. Ideen habe das Gremium viele, „doch sind wir weder Fachleute, noch haben wir den Hut auf“, sagt Bender. Beide wären schon froh, wenn überhaupt einmal ernsthaft über Ideen diskutiert würde, unabhängig davon, was letztlich möglich ist. Die Fahrt hoch zum Schloss führt durch die Eichstraße, die manches Schlagloch ziert. Ab dem Ortsausgang gilt ein Einbahnstraßensystem, davon ausgenommen sind die wenigen, direkt im Wald ansässigen Anwohner. Je weiter es nach oben geht, desto schlechter ist der Zustand der Banketten links und rechts. Das sei auch den Bauarbeiten der vergangenen Jahre geschuldet, erläutert Bender, aber sowohl für den Kraftfahrzeugverkehr als auch für Fußgänger gefährlich. Auf dem Stiftungsgelände angekommen, befürchten die Kommunalpolitiker, dass dort die Busparkplätze wegfallen könnten, wenn das Besucherplateau unterhalb des Schlosses als letzter Bauabschnitt neu gestaltet wird. Dass sie während der jüngsten Arbeiten blockiert waren, sei schwierig genug gewesen, berichtet Bolz und führt den Stau von Bussen an. Der Weg hinab ist für sie nicht weniger problematisch, die Bedarfsampel keine Lösung für die Ewigkeit. Eine Idee, um die Situation zu entspannen: am Ende, kurz vorm Ortseingang links, einen Busparkplatz anzulegen. Das Areal sei in Privatbesitz, die Eigentümer seien bereit, mit der Stiftung zu sprechen, so Bolz und Bender. Eine weitere Idee, die jüngst im Ortsbeirat formuliert wurde: zumindest bei größeren Veranstaltungen einen Shuttleservice einzurichten, der den Individualverkehr aus Hambach heraushält. Zwar habe die Stiftung bereits ein Busshuttle laufen, aber nur auf dem Stiftungsgelände, also vom Parkplatz unterhalb des Schlosses nach oben. Die Möglichkeit für einen größeren öffentlichen Parkplatz am Ortseingang sehen Bolz und Bender an der K 9: Es geht um Wingerte, die vor dem Gelände eines Tennisclubs liegen und sich aus beider Sicht eignen könnten. „Wir wollen kein Fahrverbot hinauf aufs Schloss“, unterstreicht die Ortsvorsteherin. Gerade Wanderer würden indes gern ein wenig außerhalb parken und hochlaufen. Wenn morgen der Stiftungsrat tagt, will Gerda Bolz das Thema deutlich ansprechen, damit es nicht erneut im Sand verlaufe. Zumal Stiftung, Stadt und Ortsteil grundsätzlich das selbe wollten: für Gäste ein attraktives Ziel zu sein. „Nur darf das nicht länger allein auf Kosten Hambachs gehen“, sagt Bender. Und dem Ortsbeirat könne nicht mehr zugemutet werden, ohne Erfolgsaussicht immer wieder darauf hinweisen zu müssen. (ahb)