Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Busbahnhof-Planer in Sorge um Grünfläche

Die Grünfläche zwischen Kreissparkasse und Busbahnhof wurde von Paul Weißer geplant.
Die Grünfläche zwischen Kreissparkasse und Busbahnhof wurde von Paul Weißer geplant.

Wie geht es weiter mit den Plänen für die Umgestaltung des Busbahnhofs? Das Planungsbüro R + T hat dazu im Dezember erste Überlegungen präsentiert. Jetzt meldet sich der Mann zu Wort, der das derzeitige Areal in den 1970er-Jahren geplant hat.

Paul Weißer ist mittlerweile fast 92 Jahre alt, verfolgt aber das lokale Geschehen in seiner Heimatstadt noch aufmerksam. Von den ersten Plänen für die Umgestaltung des Busbahnhofs hat er aus der RHEINPFALZ erfahren. Gefallen haben sie ihm nicht – vor allem der vorgeschlagene Wegfall der Grünfläche zwischen Busbahnhof und Kreissparkasse. Dort könnte nach Vorstellungen der Planer von R + T Platz geschaffen werden für das Carsharing-Angebot und den Taxibereich. „Das wäre eine Katastrophe. Schließlich handelt es sich um die größte Grünfläche im Kernbereich der Stadt“, sagt Weißer im RHEINPFALZ-Gespräch.

„In Sonntagsreden wird doch immer von einer lebenswerten Stadt gesprochen“, so Weißer, der ursprünglich aus Dornhan bei Freudenstadt stammt und in Hannover Landespflege studiert hat. Fast 20 Jahre war er Mitglied im „Arbeitskreis Deutsche Weinstraße“. Der Landschaftsarchitekt initiierte nach eigenen Angaben den Wanderweg Deutsche Weinstraße. Zuvor hatte er in Baden-Württemberg unter anderem die „Erholungslandschaft Schwarzwald-Nord“ konzipiert, den Vorläufer des heutigen Naturparks.

Das Grün liegt Weißer am Herzen

In den 1970er-Jahren sei er vom damaligen Bad Dürkheimer Bürgermeister Georg Kalbfuß (SPD) mit der Planung des Bahnhofvorplatzes und eines Busparkplatzes beauftragt worden, berichtet Weißer. In enger Abstimmung mit dem damaligen Leiter des Straßenbauamts in Neustadt sei der heutige Busparkplatz geplant und als „Abgrenzung zu den Bahngleisen eine attraktive Grünzone geschaffen worden“, die die unschönen Rangiergleise verdecke und ein ansprechendes Bild zum Gebäude der Kreissparkasse ermögliche, erinnert er sich.

Weißer, der in dieser Zeit hauptberuflich als Leiter des Gartenwesens bei der BASF gearbeitet und an der Universität Kaiserslautern gelehrt hat, hat in Bad Dürkheim weitere Spuren hinterlassen: unter anderem plante er die Neugestaltung des Umfelds der Seebacher Klosterkirche. Seine Planung rund um den Busbahnhof gefällt ihm noch immer: Die Grünanlage werde dominiert von einer auf der ganzen Länge durchgezogenen bepflanzten Pergola und dem schönen Brunnen. Für diesen habe Bildhauer Nikolaus aus einer auf dem Obermarkt abseits stehenden Stele mit viel Liebe und hoher Handwerkskunst eine sehr schöne Brunnenstele geschaffen. Wasser und Pflanzen kühlten an heißen Tagen die Stadtluft und schafften so ein „wohliges Kleinklima“. Dies sei in Zeiten des Klimawandels besonders wichtig.

Die Sitzbänke unter der Pergola würden bevorzugt von älteren Menschen und jungen Frauen mit Kindern aufgesucht, sagt Weißer. Dass sich dort auch Störenfriede niederließen, lasse sich wohl kaum verhindern. „Wollen wir diese für Mensch und Umwelt kostbare Grünanlage wirklich zugunsten einer toten Asphaltfläche opfern, die nur Hitze und Staub erzeugt?“, fragt er.

Allerdings muss Weißer einräumen, dass der Busbahnhof nicht barrierefrei ist. Dies ließe sich seiner Ansicht nach durch Erhöhung der bestehenden Bordsteine lösen, ohne den Bereich komplett überplanen zu müssen.

Besonders am Herzen liegt dem Landschaftsarchitekten aber, dass es in seiner Heimatstadt genügend Grün gibt. So schlägt er vor, ein niedriges Hochbeet entlang der Mannheimer Straße anzulegen, das eine Grünverbindung zwischen Kurpark und Bahnhofsvorplatz schaffen würde. „Der Anblick des breiten Zuweges von der Post zum Kurpark ist wenig einladend“, findet Weißer. „Mit wenigen bunt bepflanzten Kübeln könnte eine optisch ansprechende Verbindung zwischen dem Busparkplatz und der Kreissparkasse in der Leopoldstraße zum Obermarkt geschaffen werden“, schlägt er vor.

Zudem könnten die ungenutzten Bodenflächen um die Bäume auf dem Obermarkt leicht zu blühenden Inseln umgestaltet werden, sagt er. „Mit einem Bodenaustausch zugunsten humusreicher Pflanzerde wäre die Bepflanzung zum Beispiel mit blau, rosa und weiß blühendem Immergrün möglich. Diese Aktion würde den Bäumen guttun und dem Obermarkt ein freundliches Aussehen verleihen.“

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