Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel BUND: Streuobstwiesen sind keine Spielflächen für Hunde

Sensibler Bereich: Streuobstwiese am Füllerweg bei Haßloch mit Insektenhotel.
Sensibler Bereich: Streuobstwiese am Füllerweg bei Haßloch mit Insektenhotel.

Bald beginnt wieder die Zeit, in der Rehe, Igel, Fasane, Rebhühner, Kaninchen und Feldlerchen auf den Haßlocher Streuobstwiesen ihre Jungen zur Welt bringen. Sorge bereitet deswegen der BUND-Ortsgruppe die große Anzahl an Hundebesitzern, die diese Flächen als Spiel- und Toilettenwiese für ihre Vierbeiner missbrauchen.

„Auf den Streuobstwiesen rund um Haßloch soll sich die Natur entfalten dürfen. Wir wollen nicht alles verbieten. Aber die artenreichen Obstwiesen sind keine Hunde-Spielflächen“, betonen Helmut und Charlotte Schumann vom BUND Haßloch beim Ortstermin in der „Neuweide“. Wo wie auf Bestellung drei Hundebesitzerinnen mit ihren Tieren näherkommen und auf der dort angelegten Obstwiese herumlaufen. Zudem haben die Naturschützer beobachten müssen, dass Auto-, Rad- und Motorradfahrer die Streifen zwischen den Baumreihen als Abkürzung nehmen.

Um ein permanentes Betreten oder Befahren ihrer Naturschutzflächen zu unterbinden, haben die BUND-Aktiven begonnen, an den Enden ihrer Streuobstwiesen Furchen zu ziehen und mit dem im Winter anfallenden Schnittgut der Obstbäume meterhohe Benjeshecken aus Gestrüpp aufzuschichten, die Igel, Kröte, Mauswiesel und auch dem Zaunkönig zusätzliche Unterschlupfmöglichkeiten bieten.

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Außerdem wurden an besonders wertvollen Flächen Verbotsschilder aufgestellt, um ein Betreten der Areale zu verhindern. Nach den Beobachtungen des BUND seien diese jedoch „übersehen“, mutwillig umgetreten oder auch herausgerissen worden, wie Helmut Schumann, Vorsitzender der Ortsgruppe, beobachten musste.

Brut- und Setzzeit beginnt am 1. März

40 Hektar Streuobstwiesen und 80 Hektar Grünland, teils angepachtet, teils auch im Besitz der Ortsgruppe, werden vom BUND Haßloch betreut. „Sie bilden wertvolle Lebens- und Rückzugsräume für unsere heimische Tierwelt inmitten des intensiven Gemüsebaus ringsum“, gibt Charlotte Schumann, Schriftführerin der Ortsgruppe, zu bedenken.

Angesichts der am 1. März beginnenden Brut- und Setzzeit appellieren die Naturschützer, die Streuobstwiesen den Wildtieren zu überlassen und auf den Wegen zu bleiben. „Eine gestörte Brut oder Aufzucht führt meist zum Sterben der Jungen, da die aufgeschreckten Elterntiere das Nest für immer verlassen“, so die BUND-Aktiven. Um zu verhindern, dass Junghasen, noch nicht flügge gewordene Rebhuhn- und Fasanenküken von Hunden gejagt werden, sollten sie deshalb an die Leine genommen werden, wünschen sie sich.

Vermeiden möchte der BUND auf seinen Flächen auch eine Vermüllung oder eine Verunreinigung mit Hundekot, da der im Sommer gemähte Wiesenschnitt ansonsten wertlos und als Heufutter nicht verwendbar ist.

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