Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Barrierefrei in die Kirche – fast

Pfarrerin Julia Heller und Bürgermeister Torsten Bechtel freuen sich über den barrierefreien Zugangsbereich zur Protestantischen
Pfarrerin Julia Heller und Bürgermeister Torsten Bechtel freuen sich über den barrierefreien Zugangsbereich zur Protestantischen Kirche.

Der Zugang zur Protestantischen Kirche in der Burgstraße in Wachenheim ist nun auch barrierefrei möglich. Darüber freuen sich Stadt und Kirche. Weil an anderer Stelle aber zwei Stufen entstanden sind, wirft die Maßnahme auch Fragen auf.

Schon seit einigen Jahre wollen Stadt und Kirche den Zugang zur Protestantischen Kirche in Wachenheim auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität problemlos ermöglichen. „Nach zahlreichen Verzögerungen – zuletzt durch lange Lieferzeiten für die Baumaterialien – konnte nun die Baumaßnahme am Südportal unserer Kirche beendet werden“, sagt Pfarrerin Julia Heller.

Über eine neu angelegte Rampe ist auch der Zugang in die Ludwigskapelle barrierefrei möglich. An den Baukosten in Höhe von knapp 56.000 Euro beteiligt sich die Stadt mit gut 20.000 Euro. Die Kirche übernimmt die restliche Summe. Der ebenerdige Zugang wird nun über die Burgstraße und den alten Kirchhof ermöglicht.

Für eine Rampe reicht der Platz nicht

Weil das zum Marktplatz hin abschüssige Gelände zwischen Ludwigskapelle und Kirche angehoben werden musste, „um es ins Wasser“ zu bringen, wurden zwei Treppenstufen verbaut. Sie sollen das Gefälle wieder ausgleichen. Der Zugang zur Kirche über den Marktplatz ist für Rollstuhlfahrer nicht mehr möglich.

Viele Bürger fragen sich deswegen, warum diese Treppenstufe nicht mit einer Rampe versehen wurden, um auch von dieser Seite einen ungehinderten Zugang zu ermöglichen. Bauamtsleiter Stefan Schneider teilt auf Anfrage mit, dass dies aufgrund der Bauvorschriften und der örtlichen Gegebenheiten nicht möglich sei. Denn eine Rampe hätte an dieser Stelle laut Vorschrift eine Länge von knapp 14 Metern haben müssen. Nach einem sechs Meter langen Teilstück der Rampe hätte ein gerades Stück eingefügt werden müssen, um Rollstuhlfahrer wieder abzubremsen. Danach hätte abermals ein Stück mit Gefälle folgen müssen. „Dies wäre bei den örtlichen Gegebenheiten nicht zu realisieren gewesen, dafür reicht der Platz nicht aus“, berichtet Schneider, der auch auf die Gefahr hinweist, dass sich unmittelbar am Ende der Rampe die Treppenstufen hinunter zum Marktplatz befinden.

Hindernis für Rollstühle: zwei neue Stufen.
Hindernis für Rollstühle: zwei neue Stufen.
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