VG Lambrecht
B 39 überflutet, Schlamm in Lindenberg
Die Bundesstraße 39 war an mehreren Stellen überflutet, unter anderem in Lambrecht und Neidenfels, erklärte Björn Bürger, der Sprecher der Feuerwehr. In den beiden Gemeinden wie auch im Elmsteiner Ortsteil Schafhof waren etliche Keller vollgelaufen. In Lindenberg spülten die Wassermengen große Mengen an Schlamm in die Neutalstraße, den Mauerweg und die Karlstraße. Grund sind die Arbeiten an der früheren Mülldeponie an der K 16. Dort werden gerade große Mengen an Erde angefahren, um die Deponie abzudecken.
Das Wasser riss Sturzbäche von Erde über die Straßen Richtung Hauptstraße. Betroffen waren auch Häuser entlang der Wasserschneisen, besonders in der oberen Neutalstraße, aber auch die Karlstraße, daran angeschlossen durch einen Treppenweg, blieb nicht verschont. Spontan folgten Lindenberger Bürger dem Hilferuf der Gemeinde, die abgeschwemmte Erde mit Hilfe von Schaufeln und Bagger zu beseitigen.
Vor-Ort-Termin am Freitag
Nach dem Unwetter vergangene Woche hatte es am Freitag bereits einen Vor-Ort-Termin mit Vertretern der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd, des für die Deponie zuständigen Abfallwirtschaftsbetriebs des Landkreises, der Gemeinde und der Verbandsgemeindeverwaltung gegeben. Daraufhin hatte die Verwaltung das Technische Hilfswerk damit beauftragt, die Häuser in den betroffenen Straßen mit Sandsäcken zu sichern. Damit sollte das Wasser kanalisiert werden. Allein im Mauerweg wurden rund 2000 Sandsäcke aufgeschichtet, weitere im Neutal. Am Dienstag ist der Schutzwall noch einmal verstärkt worden. Das Wasser habe sich dennoch seinen Weg gesucht und einen tiefer gelegenen Hang überschwemmt, erklärte der Feuerwehrsprecher. Auch der Schlangentalbach trat an manchen Stellen über sein Bett, überschwemmte Gärten und auch den Spielplatz der Kindertagesstätte.
Die Neidenfelser Ortsbürgermeisterin Sybille Höchel berichtete, dass die Firma Glatz, Hersteller von Feinpapier, nach Aussage des Technischen Leiters Thomas Fritz kurz vor einem größeren Kapitalschaden gestanden habe, da sich das Wasser bereits in Richtung Kraftwerk gedrückt habe. Es sei aber nichts passiert, das Unternehmen habe großes Glück gehabt. Am Standort Frankeneck habe es kleinere Schäden wie nasse Papierrollen gegeben, die aber zu verschmerzen seien.
Schaden an Autos
Obwohl das Wasser in der Ortsdurchfahrt „motorhaubenhoch“ gestanden habe, wie Feuerwehrsprecher Bürger anschaulich schilderte, seien Autofahrer durchgefahren. Hier sei es zu dem einen oder anderen Schaden an Autos gekommen, wie zu beobachten gewesen sei.
Darüber hinaus habe es nur noch einen größeren Wasserschaden in der gemeindeeigenen Wohnung auf dem Sportplatzgelände gegeben, berichtete Höchel. Hier habe sich Wasser in die vermietete Wohnung gedrückt. Die Schadenshöhe sei noch unklar. Schlamm auf den Straßen sei vor allem im Neubaugebiet eine Folge des Unwetters. Darüber hinaus habe es in Neidenfels nach jetzigem Stand keine größeren Schäden gegeben. Das Regenauffangbecken im Neubaugebiet sei voll, ausgelöst wahrscheinlich durch den verschlammten Ablauf. Die Verbandsgemeindewerke seien verständigt.
Die Feuerwehr waren nach Angaben Bürgers mit 60 Mann im Einsatz. Etliche Keller mussten ausgepumpt werden, in Lambrecht und in Neidenfels wurden die verstopften Regengullys gesäubert. Die Kanalisation sei aber nicht überlastet gewesen, so Bürger.