Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Bürgermeister will Entscheidung über „Lindenbrunnen-Carreé“

Am Lindenbrunnen sollen vier Wohn- und Geschäftshäuser entstehen.
Am Lindenbrunnen sollen vier Wohn- und Geschäftshäuser entstehen.

Das Bauprojekt am Königswingert/Am Lindenbrunnen, von vielen schon „Lindenbrunnen-Carré“ genannt, wird in Wachenheim weiterhin kontrovers diskutiert. Am Donnerstag, 19.30 Uhr, soll der Stadtrat entscheiden.

Bei dem Bauprojekt der Investoren der Projektgesellschaft Wachenheim geht es um die Errichtung von vier Wohn- und Geschäftshäusern und einer Tiefgarage mit 37 Stellplätzen. Anwohner haben mehr als 200 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt. Im Februar und März haben Bauausschuss und Stadtrat ohne konkretes Ergebnis beraten. Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU) spricht sich dafür aus, dass der Rat am Donnerstag eine endgültige Entscheidung trifft. Zur Debatte steht ein Kompromiss, den die Investoren im März vorgelegt haben. Dann könne man erkennen, ob die Ratsmitglieder das Projekt befürworten oder nicht, so Bechtel.

„Grundsätzlich unterstützen wir das gesamte Projekt ,Lindenbrunnen/Königswingert’ mit verschiedenen Wohneinheiten, Arztpraxen, einem Café und einer Bankfiliale“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Rüdiger Göbel. Seine Fraktion bevorzuge gegenüber dem ursprünglichen Bauantrag die Reduzierung der Massivität der Kubatur durch umlaufende und zurückgesetzte Balkone. „Das ist unseres Erachtens ein guter Kompromiss, der im Stadtrat mehrheitsfähig sein sollte“, ergänzt Göbel.

Bühler warnt: Nicht alte Fehler wiederholen

Frank Mehlmer (Volt) sieht noch Handlungs- und Beratungsbedarf. Er sei prinzipiell ebenfalls für das Projekt, hätte sich aber gewünscht, die Bedenken der Anwohner angemessen in der Diskussion zu berücksichtigen. Außerdem moniert er, dass „bei einem Projekt dieser Größenordnung der Einfluss auf den fließenden Verkehr an dieser kritischen Stelle in Wachenheim unbedingt berücksichtigt und eingeplant werden muss“.

Der Erste Beigeordnete Manfred Bühler (FDP) sagt, dass er damit leben könne, dass wie geplant gebaut wird, da sich die Baumaßnahmen der vorhandenen Bausubstanz im Umfeld angleichen würden. Abschließend mahnt er an, dass man beim „Lindenbrunnen-Carré“ nicht die gleichen Fehler wie bei den Wachenheimer „Dauerbrennern“ Hotelbau und Errichtung eines Supermarktes machen dürfe.

Grüne und FWG stört geplante Aufstockung

Der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Nils Rosenberger, sagt, er hätte mit seiner Fraktion einem Ende Februar vorgestellten Entwurf der Projektgesellschaft Wachenheim auch durchaus zustimmen können. Als die von den Investoren auf der Ratssitzung vom 5. März offiziell präsentierten veränderten Pläne neben den umlaufenden Balkonen zusätzlich die Aufstockung eines der Gebäude beinhaltete, sei dies aber nicht mehr akzeptabel gewesen. Die Grünen seien jetzt gespannt, ob die Investoren weiterhin auf die „massive Bebauung“ bestehen werden.

Dorothea Geibel (FWG) ist grundsätzlich ebenfalls für das Projekt, da es zu einer Bereicherung der Wachenheimer Infrastruktur beitrage, stört sich aber auch an der Aufstockung. „Wie das ausgeht, kann ich nicht sagen. Es würde mich aber auch nicht wundern, wenn es mal wieder wie das ,Hornberger Schießen’ endet“, sagt sie achselzuckend.

SPD sieht noch Klärungsbedarf

Jürgen Rohr (SPD) erklärt, bei einem Projekt dieser Größenordnung müssten auch Bedenken beachtet werden. Dabei gehe es insbesondere um die Höhe der Gebäude, den Verkehr und den damit verbundenen Lärm sowie die Parkplatzsituation. „Wir wollen zuerst diese offenen Fragen beantwortet und auch geklärt haben, ob der bestehende Bebauungsplan rechtskräftig ist“, betont Rohr.

Die Investoren wollten vor der Ratssitzung am Donnerstag gegenüber der RHEINPFALZ keine Stellungnahme abgegeben.

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